«Wir haben unser Haus saniert und dabei insbesondere die Dämmung verbessert. Dennoch fühlen wir uns nun nicht wirklich wohler und frieren teilweise, obwohl das Thermometer 20 Grad anzeigt. Was können wir unternehmen, um den Wohnkomfort zu steigern?»
Eine energetische Sanierung ist nur dann wirklich effektiv, wenn auch die Behaglichkeit bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt wird. Der Begriff «Behaglichkeit» ist sehr umfassend und beinhaltet viele weiche und persönliche Faktoren, die ausschliesslich in der individuellen Planung berücksichtigt werden können. Deshalb wird in diesem Artikel ausschliesslich auf die technische Behaglichkeit eingegangen.
Viele Eigentümer und Planer gehen bei diesem Thema immer noch davon aus, dass die Behaglichkeit mit der Erfüllung der sogenannten U-Werte bereits gegeben ist. Dies ist jedoch nicht der Fall, da diese immer eine Gesamtbetrachtung aller Faktoren eines Gebäudes berücksichtigen muss. Die seit 2014 gültige Norm SIA 180 gibt hierzu klare Vorgaben, welche jeder Planer berücksichtigen muss. Diese Norm ist auch für Modernisierungen gültig, sodass auch im Bestandsgebäude die Vorgabewerte und die Raumluftqualität gewährleistet sein müssen.
Alle Faktoren aufzuführen, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, jedoch muss neben der Temperatur auch die Luftströmung (z.B. Kaltluftabfall bei Fenstern), der CO2-Gehalt, der Feuchtegehalt der Luft, die Temperaturdifferenz der einzelnen Bauteile, der Abtransport von Schadstoffen aus dem Nutzungsverhalten, der sommerliche Wärmeschutz, Komfort, Auslegung der Heizungsverteilung und vieles mehr eingehalten sein. Dies alles kann nur mit einer Gesamtplanung und unter Beizug eines Bauphysikers berücksichtigt werden. In konkreten Fällen können die Faktoren gemessen werden und individuelle Lösungen erarbeitet werden.

Harald Huth
Berater Casafair Mittelland
Aus «casanostra» 143



