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So will die Schweiz verdichten

  

  Do., 16.04.2026

Wachsen ja, aber nicht überall und zu jedem Preis: Zu diesem Schluss kommt die Umfrage des Gottlieb-Duttweiler-Instituts zu Verdichtung und Wohnzufriedenheit. Richtig geplant, sind auch 10 Millionen Einwohner*innen nur eine Zahl.

Verdichtung ja, aber gezielt: Laut der Studie sehen rund 80 % der Befragten Verdichtung als geeignete oder teilweise geeignete Massnahme, vor allem in Städten und nur bei sichtbarem Qualitätsgewinn. Schlüssel für die Akzeptanz ist das Vorhandensein und der Erhalt von Grünräumen. Für rund die Hälfte der Befragten steigt die Zustimmung, wenn bauliche Dichte mit mehr Grünflächen, aufgewerteten Natur- und Freiräumen, besserer ÖV-Anbindung und nachhaltigem Bauen kombiniert wird.

Überraschend hohe Zustimmung zu Verdichtung in Städten

Rund 80 % der Befragten sehen in der Verdichtung eine gute oder zumindest teilweise gute Massnahme gegen Wohnungsknappheit. Entscheidend ist dabei der Ort. Ob Städter oder Dorfbewohnerin, alle Befragten sind sich einig: Städte sollen den Hauptteil des Bevölkerungswachstums aufnehmen, gefolgt von Agglomerationen. Ländliche Räume sollen möglichst geschont werden.

Auch Verdichtungsmassnahmen in der eigenen Nachbarschaft finden breite Akzeptanz. Ein Drittel kann sich vorstellen, dass das eigene Gebäude aufgestockt wird oder in unmittelbarer Nähe ein höheres Haus entsteht. Deutlich wird, dass die städtische Bevölkerung eine höhere Bereitschaft zeigt, Verdichtung tatsächlich auch im eigenen Umfeld zu akzeptieren, als Befragte aus ländlichen Regionen. «Verdichtung wird vor allem dort akzeptiert, wo sie ohnehin schon vorhanden ist und wenn sie einen Mehrwert bietet», so Jakub Samochowiec, Senior Researcher am GDI.

Grünräume als Schlüssel zur Akzeptanz

Deutlich ist der Befund bei der Frage, unter welchen Bedingungen Verdichtung akzeptiert wird. Für rund die Hälfte der Befragten steigt die Zustimmung, wenn bauliche Dichte mit mehr Grünflächen, aufgewerteten Natur- und Freiräumen, besserer ÖVAnbindung und nachhaltigem Bauen kombiniert wird. Grün und Natur sind klar die stärksten Akzeptanzfaktoren – stärker auch als finanzielle Anreize. Die Akzeptanz von Verdichtungsmassnahmen lässt sich nicht kaufen, etwa durch tiefere Mieten.

Umnutzung von Büroflächen als Chance

Am grössten ist die Zustimmung zur Umnutzung bestehender Gebäude: Zwei Drittel der Befragten befürworten es, Büro- oder Industrieflächen in Wohnraum umzuwandeln. Nur etwa 10 % sind dagegen. Der Bau von Wohnraum auf bisher landwirtschaftlich genutztem Land findet nur bei rund einem Viertel Unterstützung. Die Haltung ist klar: Wachstum soll innerhalb des bestehenden Siedlungsraums stattfinden, nicht zulasten von Landschaft und Natur.

Anstatt neu einzuzonen, soll der Wohnungsbau also in den Städten und im bebauten Gebiet stattfinden. Dafür braucht es aber Änderungen bei der Flächennutzung. Dazu passt die Forderung von Casafair, Bau- und Nichtbaugebiet streng zu trennen.

Zum kostenlosen Download der Studie: Deutsch: gdi.ch/wohnen

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ABS PWG