«Ich habe in unserem Keller eine weissliche Schwabbelmasse entdeckt, offenbar handelt es sich um den Hausschwamm. Was raten Sie mir?»
Bei Verdacht auf Hausschwamm sollten Sie umgehend handeln. Wir raten Ihnen ausdrücklich, eine Fachfirma hinzuzuziehen. Der echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist zwar für die menschliche Gesundheit in der Regel unbedenklich, für das Gebäude dagegen eine nicht zu unterschätzende Gefahr.
Der echte Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz. Er wächst auf Holz, Spanplatten und anderen cellulosehaltigen Materialien wie Papier, Textilien, Stroh. Anfangs braucht er eine Substratfeuchtigkeit von etwa 35 % bis 60 %, um wachsen zu können. Später aber kann er auch trockene und anorganische Materialien wie beispielsweise Mauerwerk durch- oder überwachsen und sich dadurch über mehrere Räume ausdehnen. Der echte Hausschwamm meidet Zugluft und wächst deswegen meist lange Zeit unentdeckt in Zwischendecken, unter Boden belägen oder hinter Wandverkleidungen. Wenn an der Oberfläche Fruchtkörper sichtbar werden, hat er sich oft schon ziemlich weit ausgebreitet. Ausgelöst durch den echten Hausschwamm, setzt meist die Braunfäule ein. Bei diesem Abbauprozess zerfällt das Holz nach und nach, wird weich und verliert seine Sta bilität und Tragfähigkeit. Sind tragende Konstruktionsteile befallen, kann dadurch Einsturzgefahr bestehen.
Die Fachfirma entfernt das befallene Material wenn möglich vollständig und desinfiziert die betroffenen Bereiche. Durch sauberes Arbeiten und eine fachgerechte Entsorgung des befallenen Materials wird eine Verschleppung des Pilzes verhindert. Um einem erneuten Befall vorzubeugen, müssen die Ursachen behoben werden. Insbesondere muss sichergestellt werden, dass die Bauteile künftig trocken bleiben.
Simone Wyss
Hausvereins-Beratungspartner Sanawall GmbH, Affoltern a.A.
Aus «casanostra» 140


