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Faszinierende Kleinwohnformen

  

         

  Mi., 30.11.2022

Tiny Houses, Jurten und Wohnwagen faszinieren mit ihren durchdachten Lösungen und der Reduktion der Wohnbedürfnisse auf das Minimum. Und sie bieten Raum für Flexibilität.

Kleiner geht es nicht: Gemäss dem Verein Kleinwohnformen Schweiz ist eine Kleinwohnform eine Wohneinheit mit höchstens 40m2 Wohnfläche. Sie steht im Gegensatz zu herkömmlichen Immobilien nicht auf festen Fundamenten, sondern entweder auf Rädern und/oder Punktfundamenten, sodass sie einfach verschiebbar ist. Sie muss als Hauptwohnsitz genutzt werden können, also auch über die nötigen sanitären Anlagen verfügen.

Kleinwohnformen ergänzen bestehende Bauten und dienen der Verdichtung nach innen. Tiny Houses und Wohnwagen flexibilisieren bestehende Wohnformen, indem sie auf zu- oder abnehmenden Platzbedarf schnell und unkompliziert reagieren können. So können Liegenschaften generationenübergreifend genutzt werden, indem Kinder etwas Distanz bekommen, Grosseltern zuziehen oder auch neue Nachbarn gefunden werden können, ähnlich wie das früher ein «Stöckli» ermöglichte. Dies ganz ohne Abriss und jederzeit verschieb- und wiederverwendbar. Und noch dazu kostengünstig.

Soziale Gemeinschaft auf Zeit

Die flexibelste Form des Wohnens auf kleinem Raum hat Tradition bei Jenischen und Sinti in der Schweiz wie auch bei Roma: das Wohnen auf vier Rädern. Jederzeit kann das Zuhause weitergezogen werden. Umgebaute Bau- oder Zirkuswagen wie auch eigens neu gebaute Wagen werden aufgebockt zu vollwertigen Wohnungen – nur eben mit wenigen Quadratmetern. So sind ums Haus Verein Holzabor in Thalheim an der Thur gleich mehrere Wagen stationiert, alle zwischen 15 und 20 Quadratmeter gross und bewohnt von verschiedensten Menschen, die sich zu einer sozialen Gemeinschaft auf Zeit zusammengefunden haben. Hier begann der Initiator Tobias Jordi auch die ersten Wagen zu bauen, mit der Intention, nachhaltige und individuell den jeweiligen Ansprüchen entsprechenden Wohnformen zu entwickeln, die noch dazu an verschiedene Lebensphasen angepasst werden können.

Damit das flexible Wohnen auf kleinem Raum breiter umgesetzt werden kann, müssen gesetzliche Grundlagen angepasst werden. So braucht eine Kleinwohnform noch die gleiche Baubewilligung wie ein herkömmliches Haus. Bei den Wagen gibt es einen etwas grösseren Spielraum – abhängig vom Wohlwollen der Behörden. Ob Wagen oder Mini-Haus: um eine breitere Verbreitung zu finden, bräuchten solche flexible Wohnformen vereinfachte und günstige Bewilligungsverfahren.

Auch der Energieverbrauch ist vielversprechend tief. So belastet ein sorgfältig, jedoch nicht nach Minergie isoliertes 30m2 Tiny-House für zwei Personen die Umwelt weniger als eine 150m2-Loft im Minergiestatus, die von einer Person bewohnt wird, und verbraucht auch weniger Ressourcen in der Produktion.

Wie betrifft das Wohnen auf kleinstem Raum nun Eigenheimbesitzende? Ein Verpachten von Land auf Zeit bringt zusätzliche Einnahmen ohne grosse Risiken. Im Gegenteil: Das Grundstück wird sinnvoll genutzt und der Unterhalt auf mehr Personen verteilt. Soziale Kontakte sind möglich – und das mit etwas mehr Privatsphäre als bei Zimmer-Untervermietung oder Einliegerwohnungen.

Ein nächster Velospaziergang nach Thalheim an der Thur ist geplant: Informationen folgen im Casafair-Kursprogramm für Sommer 2023.

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