Das aktuelle Zuhause eignet sich nicht immer als zukünftige ideale Alterswohnung. Sei es aufgrund des Standorts oder mangels Barrierefreiheit, der Grösse oder der finanziellen Situation. Wenn sich die vertraute Wohnung nicht mehr eignet, steht die Frage nach einem Umbau, einer Wohn anpassungen oder einem Umzug an. Die Stiftung Pro Senectute bietet bei diesen Schritten Unterstützung.
Die Wohnsituation hat einen grossen Einfluss auf die Lebensqualität und die Zufriedenheit. Dies wird mit zunehmendem Alter noch wichtiger. Die Bewahrung der Selbstständigkeit ist ein wichtiges Bedürfnis. Um aber im hohen Alter so lange wie möglich selbstbestimmt zu leben und zu wohnen, bedarf es einer frühzeitigen Planung und einiger Überlegungen.
Wohnsituation frühzeitig thematisieren
Je näher die Pensionierung rückt, desto intensiver beschäftigen sich Menschen in der Schweiz mit ihrer Wohnsituation im Alter. Eine entsprechende Beratung nimmt jedoch nur jedeR Zehnte vor der Pensionierung in Anspruch, wie die Studie «Wohnen im Alter» zeigt, welche Pro Senectute Schweiz in Kooperation mit Raiffeisen unlängst durchgeführt hat (siehe Kasten).
Doch bei Wohneigentümern hat das fortgeschrittene Alter bereits vor der Pensionierung finanzielle Auswirkungen: So beginnt die Tragbarkeitsrechnung durch Hypothekaranbieter schon bei 50-Jährigen basierend auf der Rente. Mit der Pensionierung verändert sich die finanzielle Situation bei vielen grundsätzlich. Aber auch der Haushalt setzt sich im Alter aufgrund des Auszugs der Kinder, aufgrund von Trennungen oder des Tods der Partnerin oder des Partners oft neu zusammen. Schliesslich kommen im hohen Alter physische Beeinträchtigungen hinzu.
Befragt zur Wohnsituation, sind Menschen gemäss der Studie «Wohnen im Alter» von Pro Senectute und Raiffeisen mit dem Eigenheim durch alle Altersgruppen hindurch zufriedener als Mieterinnen und Mieter. Es fällt aber auf, dass sich die Zufriedenheit bei den Mietenden mit zunehmendem Alter markant positiv verändert: von über 60 Prozent im Alter von 35 bis 44 Jahren bis knapp 90 Prozent bei den Personen zwischen 65 und 75 Jahren.
Der Grossteil der älteren Menschen bis 75 Jahre braucht gemäss eigener Einschätzung praktisch keine Unterstützung im Alltag (Putzen, Einkaufen, körperliche Hygiene usw.). Wer dennoch Hilfe benötigt, zieht in der Regel Familienangehörige bei.
Mit zunehmendem Alter steigt auch die Akzeptanz von altersgerechten Wohnformen wie Alterswohnungen, Generationenwohnen oder Seniorenresidenzen. Das Bewerbungsverfahren für eine Alterswohnung und der Verkauf des Eigentums müssen aber unkompliziert sein.
94 Prozent der Menschen über 65 leben zu Hause
Die eigenen vier Wände bleiben aber trotz dieser Herausforderungen die mit Abstand meistgenutzte Wohnform. So offenbart ein Blick auf die Statistik, dass nur ein kleiner Teil der älteren Menschen im Alters- und Pflegeheim lebt. 94 Prozent der über 65-Jährigen wohnen in den eigenen vier Wänden, ab dem 80. Lebensjahr sind es noch 74 Prozent. Erst ab dem Alter von 85 Jahren nimmt der Anteil an Heimbewohnerinnen und -bewohnern markant zu.
Lebensqualität und Autonomie im Eigenheim
Grundsätzlich ist anhand verschiedener Faktoren abzuschätzen, ob und wie jemand in der bisherigen Wohnung oder im Haus bleiben kann oder will. Die Überlegungen und Entscheidungen hängen dabei von den persönlichen Umständen und Bedürfnissen ab. Hier setzt Pro Senectute als in allen Landesteilen und Regionen präsente Anlaufstelle für alle Altersfragen an (siehe Kasten). Die Stiftung hilft bei der Beratung, etwa in finanziellen und rechtlichen Belangen, bei der Abklärung der Bedürfnisse und Möglichkeiten.
Ob Umbau oder Umzug: In beiden Fällen müssen verschiedene Kriterien für das altersgerechte Zuhause beachtet werden. Die Fragen, die sich stellen, sind vielfältig:
Dienstleistungen als wertvolle Unterstützung
Schliesslich gilt es zu überlegen, welche unterstützenden Dienstleistungen das Wohnen im Alter erleichtern. Pro Senectute unterstützt Menschen zu Hause mit einer Vielzahl von Dienstleistungen, die gerne und oft in Anspruch genommen werden. Etwa ein mehrmals wöchentlich angebotener Mahlzeitendienst oder ein Fahrdienst, damit ältere Menschen ihre Verabredungen und Termine von zu Hause aus möglichst selbstständig wahrnehmen können.
Zudem vermitteln die regionalen Beratungsstellen Haushaltshilfen, die bei Reinigungsarbeiten, beim Kochen bis hin zur Gartenarbeit zur Seite stehen. Für den Verbleib im Eigenheim ist auch Unterstützung bei der Pflege oder Mobilisierung eine wertvolle Hilfe. Wer möchte, kann aber auch eine Begleitung im Sinne eines sozialen Kontakts in Anspruch nehmen, ob als Stütze für den Arzt- oder Therapiebesuch oder für eine amüsante Schachpartie. Schliesslich steht die Altersorganisation auch bei der Beratung und Beschaffung von Hilfsmitteln für den Alltag im Sinne von Gehstöcken, Treppenliften oder Badehilfen zur Seite.

Tatjana Kistler
Medienverantwortliche Pro Senectute Schweiz
Aus «casanostra» 156
Die Stiftung Pro Senectute wurde 1917 gegründet und setzt sich für das Wohl, die Würde und die Rechte älterer Menschen ein. Sie gestaltet gesellschaftliche Entwicklungen mit, um die Solidarität zwischen den Generationen auch in Zukunft zu fördern. Pro Senectute agiert als Kompetenzzentrum und Anlaufstelle für alle Altersfragen. Mit 24 kantonalen und interkantonalen Organisationen arbeitet die Stiftung schweizweit und ist nach eigenen Angaben «die grösste und bedeutendste Dienstleistungsorganisation für ältere Menschen und ihre Angehörigen in der Schweiz».

Die casanostra-Serie «Wohnen im Alter» wird mit Beiträgen und Lösungsansätzen aus weiteren Perspektiven fortgesetzt. Die Beiträge sind auch online abrufbar.


