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Das casanostra-Jubiläum

           

  Do., 25.04.2024

Die Casafair-Hauszeitschrift feiert runden Geburtstag. Zeit für einen Besuch im Archiv.

Sind es wirklich schon 175 Ausgaben casanostra? Nein, nicht ganz. Casafair-Mitglieder der ersten Stunde wissen: Ausgabe Nummer 1, im November 1988 erschienen, hiess nicht casanostra, sondern «Aktuell». Der im November letzten Jahres verstorbene Sekretär des Hausvereins, Luzius Theiler, war Redaktor der ersten 46 Ausgaben. Nummer 1 erscheint mitten im Abstimmungskampf um die Stadt-Land- Initiative und ist der denkwürdigen Gründungskonferenz des Hausvereins in Frieswil gewidmet. Die Resonanz ist überw.ltigend, wie die Flut an Leserbriefen zeigt. «Aktuell» Nr. 3, Juli 1989, dokumentiert ein Streitgespräch zwischen dem damaligen Direktor des Hauseigentümerverbands, Hanspeter Götte, und Luzius Theiler. Politische Themen dominieren: Raumplanung und Mietrecht, ab Ausgabe 9/10 von März 1991 auch Energie- und Umweltfragen.

Zum zehnjährigen Bestehen des Hausvereins wird casanostra 1998 aus der Taufe gehoben. Den Namen des Magazins schlägt Stefan Hartmann, der neue Redaktor, vor. «Er passte einfach optimal zu unserem zentralen Thema, dem Haus. Zu dieser Zeit moderierte Kurt Aeschbacher eine Unterhaltungssendung namens casanostra. Ich fragte ihn, ob wir den Namen für unser Heft benutzen dürfen, und er gab uns grünes Licht.» Der neue Name signalisiert auch eine Kursänderung: hin zu Beratung bei konkreten Fragestellungen. Die Rubrik «Beratung», später «Ratgeber», wird zunächst von Luzius Theiler verfasst und zieht sich als fester Bestandteil durch alle folgenden Ausgaben. Welche Ausgabe ist ihm am Lebhaftesten in Erinnerung geblieben? Stefan Hartmann muss nicht lange studieren. «Das war die Nummer 73 im September 2004 zum Thema Baupfusch! Ein Neubau in Walenstadt mit über 700 Baumängeln. Der ‹Blick› machte eine Woche später sogar eine Titelgeschichte daraus. Und auch der ‹Beobachter› zog mit einer Reportage nach.» Casafair-Präsidentin Hilde Fässler reicht daraufhin verschiedene Vorstösse im Nationalrat ein, der letzte wird 2020 im Nationalrat überwiesen. Zurzeit berät die Rechtskommission des Ständerats über eine Revision des Obligationenrechts, damit Bauherrschaften besser vor Baumängeln geschützt werden.

Vom Vereinsorgan zum Mitgliedermagazin

Die nächste Ausgabe, Nummer 74, erscheint in einem neuen Layout, von Clerici Partner Design. Spätestens ab dieser Nummer bringt casanostra Porträts von Casafair-Mitgliedern und ihren Wohnprojekten, in denen Stefan den Bogen zwischen Reportage und Fachartikel schlägt. Das Format profitiert vom neuen Layout, das grossformatige Farbfotos und Fotocollagen erlaubt. Damit vollzieht casanostra die Transition vom Informationsorgan zum Mitgliedermagazin mit Unterhaltungs- und praktischem Wert.

Nach über 50 casanostra-Ausgaben geht die Redaktionsleitung an Marion Elmer. Sie musste Kolleginnen aus der Branche immer beschwichtigen, dass sie schon nicht bei der Mafia arbeite. Marion beruft eine Redaktionskommission ein, um die Inhalte festzulegen. «Ich habe mir das gewünscht, um mehr Austausch und Input zu haben. Dabei waren einige Berater und einige aus dem Vorstand. Ich war immer sehr froh über diesen Rückhalt.»

Mit Ausgabe 125 / Juni 2014 übernimmt Corinne Roth die Redaktion und ist für elf Ausgaben verantwortlich. Damit wird die casanostra-Redaktion wieder ins Zentralsekretariat in Bern integriert. Die Redaktionskommission wird zur Kom- Kom und erhält ein Mandat vom Zentralvorstand. Casanostra 126 zum Thema Baurecht hat Corinnes Blick auf die Welt geschärft: «Ich bin damals nach Basel gereist, um mich mit den Initiant*innen der ‹Neuen Bodeninitiative› auszutauschen. Ihr Engagement gegen den Ausverkauf ihrer Stadt war eindrücklich – und im Übrigen erfolgreich.» Es folgt eine Interimszeit mit Mirella Wepf als Redaktorin. «Besonders positiv in Erinnerung bleibt mir die Serie mit den ‹Unkonventionellen Siedlungen›. Ich fand es sehr bereichernd, solche unkonventionellen Wohnexperimente zu besuchen, welche traditionelle Wohnkonzepte sprengen und andere soziale Strukturen und Dynamiken ermöglichen», erinnert sich Mirella, die weiterhin regelmässig Artikel für «casanostra» verfasst.

Darauf übernimmt Andreas Käsermann die Redaktion. Mit ihm – das kündigt er im Editorial an – erhält die Bundespolitik mehr Sichtbarkeit. Der ehemalige Produzent von Radio Bundeshaus bringt Parteienporträts und lässt Nationalräte, Gewerkschafter*innen und einen Bundesrat zu Wort kommen. Die Titel sind unübertroffen, zum Beispiel Ausgabe 157: «Heizen – nicht CO2 produzieren: Die Ölheizung ist ein Fossil.» Oder die Garten-Ausgabe casanostra 155 vom April 2020: «Auf Gedeih und Genuss». Andreas weiss noch, wie es war: «Die Produktion dieser Ausgabe war abenteuerlich. Kaum fertig, tönte es aus dem Radio: ‹Bleiben Sie zu Hause›. Was jetzt? Alle Kurse, Markttermine und alles löschen? Wir haben am Schluss beim Edito eine Box hingeklebt, dass da wohl vieles anders sei, wenn das so weitergehe.» Mit Andreas kommt casanostra im digitalen Zeitalter an: Für Casafair- Mitglieder entsteht ein Online-Archiv, sämtliche Ratgebertexte sind auf der Website nachzulesen und casanostra erscheint als E-Paper.

Ab Ausgabe 159 liegt die Redaktionsleitung beim Verfasser dieses Artikels. Politische Themen, eine Konstante seit den ersten «Aktuell»-Ausgaben, erhalten ihren Platz auf den Frontseiten. Für den Grossteil der Artikel werden jetzt freischaffende Journalist*innen verpflichtet. Leser Stefan Hartmann sagt: «Mir gefällt casanostra nach wie vor sehr gut; das Heft ist sich treu geblieben und pflegt auch inhaltlich die gleichen, wichtigen Themen wie früher. Mich freut auch, dass Casafair seine Kurse und Veranstaltungen ausgebaut hat, weil sie offenbar bei den Mitgliedern sehr beliebt sind.» Neu ist die Nähe zum französischsprachigen Pendent, der «Revue HabitatDurable»: Die Gestaltung stammt jetzt aus einer Hand, und auch bei Themenauswahl und Textproduktion wollen die Redaktionen verstärkt zusammenarbeiten.

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