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Viele Casafair-Mit­glie­der sind wegen der Neu­be­wer­tung ihrer Lie­gen­schaft ver­un­si­chert. Denn mit dem höhe­ren Wert steigt die Lie­gen­schafts- und Ver­mö­gens­steuer zum Teil erheb­lich. Ist dies über­haupt rech­tens? Soll die Neu­be­wer­tung ange­foch­ten wer­den? Und was sind die Aus­wir­kun­gen auf den Eigen­miet­wert?

Der amt­li­che Wert ent­spricht dem Ver­mö­gens­steu­er­wert eines Grund­stü­ckes und dient den Gemein­den zur Berech­nung der Lie­gen­schafts­steuer. Seit der letz­ten Bewer­tung sind gut zwan­zig Jahre ver­gan­gen, die Ver­kehrs- oder Ertrags­werte haben sich seit­her erheb­lich ver­än­dert. Im Gegen­satz zur aus­ser­or­dent­li­chen Neu­be­wer­tung einer Lie­gen­schaft auf­grund von Ände­run­gen im Zustand oder in der Nut­zung betrifft die all­ge­meine Neu­be­wer­tung alle Grund­stü­cke im Kan­ton.

In der Früh­lings­ses­sion 2020 hat der Grosse Rat einen Ziel-Medi­an­wert von 70 % des Ver­kehrs­wer­tes für die Neu­be­wer­tung beschlos­sen, obwohl das Bun­des­ge­richt in zwei weg­lei­ten­den Urtei­len fest­ge­hal­ten hat, dass Ziel­werte deut­lich unter dem Ver­kehrs­wert nicht zuläs­sig seien, weil dar­aus eine zu starke Begüns­ti­gung von Per­so­nen mit Grund­ei­gen­tum im Ver­gleich zu Per­so­nen mit beweg­li­chem Ver­mö­gen resul­tiere.

Die Neu­be­wer­tung ist wegen der all­ge­mei­nen Preis­ent­wick­lung nach­voll­zieh­bar. Trotz­dem ist die Refe­ren­zie­rung nach dem «Markt» pro­ble­ma­tisch. Ins­be­son­dere in städ­ti­schen Regio­nen haben sich die Preise aus ver­schie­de­nen Grün­den extrem stark nach oben ent­wi­ckelt. Da der Boden kein belie­big ver­füg­ba­res Gut ist, spie­len die Markt­me­cha­nis­men nicht. Wenn nun der Staat die­sen Markt als Basis für die Neu­be­wer­tung nimmt, unter­stützt er die fatale Preis­ent­wick­lung.

Wer nicht erst vor kur­zem eine Immo­bi­lie erwor­ben hat, ist nun allen­falls mit einem auf dem Papier zum Teil stark gestie­ge­nen Wert der Lie­gen­schaft kon­fron­tiert. Ist jemand nicht ein­ver­stan­den mit der Neu­be­wer­tung, soll­ten die der Bewer­tung zugrun­de­lie­gen­den Pro­to­kolle ver­langt wer­den.
Die Prü­fung ist jedoch anspruchs­voll, es emp­fiehlt sich der Bei­zug einer Steu­er­fach­per­son. Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen fin­den Sie in den Erläu­te­run­gen zum steu­er­li­chen Bewer­tungs­sys­tem von Grund­stü­cken und Lie­gen­schaf­ten. siehe PDF

Und der Eigen­miet­wert? Laut diver­sen Quel­len hat die Neu­be­wer­tung der Lie­gen­schaf­ten kei­nen direk­ten Ein­fluss auf den Eigen­miet­wert. Da die­ser bereits 2015 an die tat­säch­li­che Ent­wick­lung der Miet­zinse ange­passt wurde, sollte in der Regel keine Erhö­hung anste­hen. Auch der Eigen­miet­wert ori­en­tiert sich am Markt bzw. der orts­üb­li­chen Markt­miete (beim Kan­ton der­zeit mit 60%, bei der Bun­des­steuer mit 70%). Eine all­fäl­lige Erhö­hung des Eigen­miet­werts kann nur im Rah­men Ein­kom­mens­steu­er­ver­an­la­gung ange­foch­ten wer­den.

Aus­kunfts­te­le­fon der Amt­li­chen Bewer­tung zur Ver­fü­gung:
031 633 66 40 (Diens­tag und Frei­tag 8 – 11 Uhr und 12.30 – 16.30 Uhr)

offi­zi­elle Seite der Steu­er­ver­wal­tung zur Neu­be­wer­tung



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