«Wir erwägen, demnächst ein Haus zu bauen. Dabei liegen uns die Nachhaltigkeit und das gesunde Wohnen am Herzen. Eine der Optionen, welche uns interessieren, ist das Strohhaus. Welche Vorteile haben Strohhäuser? Allenfalls auch: welche Abstriche muss man beim Bau eines Strohhauses in Kauf nehmen?»
Stroh ist in grossen Mengen vorhanden und regional verfügbar, und dessen Verwendung als Baustoff ist in der modernen Architektur mehr als berechtigt. In Kombination mit Holz und Lehm lassen sich sinnvolle Wand- Decken- und Bodenkonstruktionen erstellen, welche viele Vorteile mit sich bringen. Die Konstruktionen sind diffusionsoffen, erreichen einen hohen Dämmwert und kommen ohne Schadstoffe aus. Ein behagliches und gesundes Raumklima ist die Folge.
Zudem kann Stroh durch seine Wärmekapazität im Vergleich zu anderen Dämmstoffen Energie besser speichern und sorgt so für wohlige Wärme im Winter und angenehme Kühle im Sommer. Wenn man bedenkt, dass sich diese Eigenschaften mit Strohballen zudem noch kostengünstig und mit sehr guter CO2-Bilanz realisieren lassen, dann ist ein Haus aus Stroh in der Kombination mit einer Holzkonstruktion sicher eine gute Wahl.
Bei der am häufigsten vertretenen, nicht-lasttragenden Variante übernehmen meist Holzrahmen die Lasten, während Stroh als Isolationsfüllung eingesetzt wird. Es gibt Firmen, die Fertigelemente herstellen und damit einen schnellen und präzisen Bauablauf ermöglichen. Die simple Verarbeitung ermöglicht es auch Laien, unter Anleitung Strohballen einzubauen und mit ersten Putzschichten zu versehen. Neben der Kostenersparnis ist dies ein positives Erlebnis für Bauherren, die sich danach mit ihrem Zuhause auf andere Art und Weise verbunden fühlen. Nachteilig bei engen Platzverhältnissen sind einzig die beim Strohballenbau üblichen, etwas stärkeren Wandaufbauten.
Arwed Junginger
Architekt, Baubiologe
Berater Hausverein Schweiz
AAB Architekten, Bern
Sabine Pfeiffer
Architektin FH
AAB Architekten, Bern
Aus «casanostra» 149


