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Gut gedämmt dank Wald und Wiese

  

  Do., 18.06.2026

Neben guten bauphysikalischen Eigenschaften soll die Gebäudedämmung heute auch mit möglichst tiefer Umweltbelastung und guter Recyclingfähigkeit punkten. Wir stellen vier attraktive natürliche Dämmstoffe aus der Schweiz vor.

Gerade wegen des sommerlichen Hitzeschutzes wird eine zuverlässige Dämmung immer wichtiger. Synthetische Dammstoffe wie EPS (expandiertes Polystyrol) oder XPS (extrudiertes Polystyrol) weisen bezüglich Wiederverwendbarkeit, Trennbarkeit und Umweltfreundlichkeit diverse Defizite auf. Natürliche Dammstoffe können bauphysikalisch meistens mithalten, weisen aber eine tiefere Umweltbelastung auf und sind weitgehend bis vollständig rezyklierbar. Das gilt auch für vier einheimische Optionen.

Dämmung vom Feld

Hanf wird seit Jahrhunderten für Seile und Schnüre verwendet. Die Nutzpflanze bindet CO2, ohne es wieder freizusetzen und ist deshalb klimapositiv. Bauphysikalisch ist Hanf ebenfalls ein Gewinn, bietet er doch ausgezeichneten Hitze- und Schallschutz und kann bis zu 30 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen. Und das ohne Beeinträchtigung seiner Dammwirkung. Für den Einsatz als Dach-, Boden-, Wand- oder Deckendämung kommen je nach Konstruktion Hanfmatten, Schutthanf oder Hanfsteine infrage. Weil Hanffasern keine Proteine enthalten, sind sie nicht durch Motten-, Käfer- oder Schimmelbefall gefährdet. Auf eine entsprechende Behandlung mit chemischen Substanzen kann darum verzichtet werden.

Auch Stroh ist in der Schweiz in grossen Mengen vorhanden und sehr billig. Zu Ballen gepresst, kann es auch tragende Wände bilden. Zentral sind eine saubere Verarbeitung und Statik, damit es später nicht zu Setzungen in tragenden Mauern kommt. Wichtig sind auch ausreichende Mauerstarken von ca. 80 Zentimetern. Loses Stroh kann, wie bei traditionellen Riegelhäusern zum Ausfachen von Holzkonstruktionen, benutzt werden. Die Kombination von Stroh mit Lehmputz ist beliebt und sorgt dank der feuchtigkeitsausgleichenden Wirkung für ein sehr angenehmes Innenraumklima.

Natürlich gut

Die Fasern der Schafwolle sind atmungsaktiv, schwer entflammbar, schnell trocknend und können Feuchtigkeit gut regulieren, ohne ihre Dammwirkung zu verlieren. Schafwolle ist in der Schweiz mehr als reichlich vorhanden und kann sowohl als Warme- wie als Trittschalldämmung verwendet werden. Für den Schutz vor Mottenbefall gibt es verschiedene chemische Verfahren, die aus Umwelt- und Recyclingsicht nicht vollständig überzeugen. Jedoch hat ein Hersteller ein neues, chemiefreies Verfahren entwickelt. Durch Ionisierung wird die Oberflächenstruktur der Wollfasern verändert und dadurch langfristig vor Befall geschützt.

Eine weitere Variante sind Holzfaserplatten. Sie werden aus Nadelholzern (Fichte, Tanne) gewonnen und erhalten entweder mittels Lignins oder synthetischer Bindemittel genügende Festigkeit. Der Wärmeschutz im Winter ist gut, der Hitzeschutz im Sommer sogar hervorragend. Auch bezüglich Schallschutzes schneiden die Platten dank ihrer offenporigen Beschaffenheit sehr gut ab. Baulich interessant sind Holzfaserplatten, weil sie sowohl zwischen wie auch über den Sparren montiert werden können.

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ABS PWG