«Die Zinsen sind derzeit tief und eine Änderung ist nicht in Sicht. Was tun wir mit den Geldern im Erneuerungsfonds im aktuellen Zinsumfeld?»
Hat eine Stockwerkeigentümergemeinschaft über mehrere Jahre einen Erneuerungsfonds geäufnet und es liegen z. B. gegen 100 000 Franken auf diesem Konto, kommt bei einzelnen Stockwerkeigentümern die Frage auf, ob dieses Geld angesichts der geringen Verzinsung nicht besser angelegt werden könnte als auf einem Anlagesparkonto. Grundsätzlich sollte eine Stockwerkeigentümergemeinschaft nicht mehr als 100 000 Franken bei einer Bank einlegen, sondern der beschränkten Staatsgarantie wegen höhere Beträge auf mehrere Banken verteilen.
Möchte nun ein Mitglied aus der Stockwerkeigentümergemeinschaft das Geld anders anlegen, dann muss dies an der Versammlung traktandiert werden. Innerhalb einer Gemeinschaft müssen für alternative Anlagemöglichkeiten wirklich alle gleichermassen überzeugt sein und die Chancen und Risiken kennen. Es kann sich jedoch durchaus lohnen, die Erneuerungsfondsgelder ganz oder teilweise alter nativ anzulegen.
Als Gemeinschaft legt man Gelder für grössere Vorhaben auf lange Zeit zur Seite. Dabei kann es durchaus zu Überraschungen kommen und Investitionen müssen vorgezogen werden. Bei alternativen Investitionen sind darum zu berücksichtigen: der Zeitpunkt für einen Ein- und Ausstieg, die Höhe des zu investierenden Kapitals, die Risikobereitschaft für Anlagen, die Diversifizierung, die passive oder aktive Betreuung der Anlagen usw. Institutionen wie Banken oder Versicherungen bieten verschiedene Produkte an, haben aber auch Eigeninteressen.
Sollte also der Wunsch bestehen, Gelder alternativ anzulegen, so sollte dies durch einen Ausschuss mit mindestens drei Personen vorbereitet und anschliessend ausführlich an der ordentlichen Versammlung besprochen werden.
Aus «casanostra» 140




