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Dem Schimmelpilz den Garaus machen

           

  Do., 20.02.2014

Schimmelpilze in Wohnräumen sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern vor allem ein Gesundheitsrisiko. Ein gründliches und sorgfältiges Vorgehen sichert die nachhaltige Entfernung der unliebsamen Mitbewohner.

Schimmelpilz

Die Freude war gross, als Familie H. im letzten Frühjahr endlich ihr eigenes Haus beziehen konnte. Weniger erfreut waren Herr und Frau H. allerdings, als sich während der Heizperiode in den Ecken und unter dem Fenster im Schlafzimmer auf mehr als einem Quadratmeter braun-schwarze Flecken zeigten: Schimmelpilze. Verschiedene Fragen stellten sich : Wie konnte das passieren ? Man lüftete doch genug. Wie ungesund ist so ein Schimmelbefall ? Und vor allem : Wie wird man den wieder los ?

Mittlerweile sind die Vorabklärungen gemacht, die Ursache erkannt. Ein Spezialist in Schimmelpilzfragen hat sich die Situation angeschaut, verschiedene Parameter abgefragt und bauphysikalische Messungen vorgenommen. Der Fall ist klar : Während die Fenster des 1968 erbauten Hauses durch moderne Isolationsfenster ersetzt worden sind, ist die Isolation der Wände noch im Originalzustand. Die kältesten Bereiche in den Zimmern sind die Ecken der Aussenwände und die Heiznischen. Herr und Frau H. mögen es kühl im Schlafzimmer und haben dieses Zimmer daher auch kaum beheizt. Die kühle Luft konnte die Feuchtigkeit, die zwei schlafende Menschen produzieren – etwa 0,4 Liter Wasserdampf pro Person und Nacht – kaum halten. An den kalten Aussenwänden kühlte die Luft weiter ab, dadurch stieg die Luftfeuchtigkeit in diesen Bereichen stark an. Ein typischer Fall. Damit waren die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze gegeben : dauerhaft genügend Feuchtigkeit und ein bisschen Zellulose aus der Tapete als organischen Nährboden ; mehr brauchen die anspruchslosen Mikroorganismen nicht.

Schimmelpilz

Den Pilz an der Wurzel packen

Heute nun soll er weg, definitiv. Die Männer der Sanierungsfirma haben den Sanierungsbereich bereits luftdicht abgeschottet. Ein Unterdruckaggregat sorgt für eine kontrollierte Luftzirkulation, einen leichten Unterdruck im Sanierungsbereich und eine Filtration der abgesaugten Luft. Dadurch wird verhindert, dass die Gesundheit der Bewohner durch aufgewirbelte Sporen, Hyphenstücke und Zellteile der Schimmelpilze belastet wird oder keimfähige Sporen in andere Räume verschleppt werden.

Mit Ganzkörper-Overalls, Atemschutzmasken, Schutzbrillen und Handschuhen geschützt machen sich die Männer hinter der Plastikwand an die Arbeit. Die alte Tapete wird sorgfältig entfernt. Auch der darunterliegende Gipsputz ist befallen und muss abgefräst werden, damit der Pilz vollständig entfernt wird. Ein oberflächliches Abtöten und Übermalen genügt nicht. Unter der Oberfläche, im Material drin, bleiben Teile des Pilzes lebendig. Bei der erstbesten Gelegenheit werden sie wieder zu wachsen anfangen, dann nämlich, wenn die Wirkung des Desinfektionsmittels oder der fungiziden Wirkstoffe in der Farbe nachlässt. Zudem können auch abgetötete Zellteile des Pilzes – nebst Sporen, Hyphenstücken und Mykotoxinen * – gesundheitliche Beschwerden auslösen.

In Säcken verpackt wird das belastete Material hinaus gebracht und später sicher entsorgt. Nach dem Rückbau wird der Sanierungsbereich gründlich gereinigt : glatte Flächen abgewischt, der Rest abgesaugt. Zum Schluss folgt eine Desinfektion mit einem ökologischen und ungiftigen Desinfektionsmittel.

Herr und Frau H. sind erleichtert. Der Schimmelpilz ist weg. Damit ihnen in Zukunft solche Überraschungen erspart bleiben, haben sie sich entschieden, gleich noch eine Innendämmung mit Kalzium-Silikat-Platten anbringen zu lassen. Eine effektive und – im Vergleich zu einer neuen Aussendämmung – kostengünstige Lösung. Und sie werden die Raumtemperatur im Schlafzimmer etwas anheben. Da werden sich die Schimmelpilze ein anderes Plätzchen suchen müssen.

*) Mykotoxine sind Metaboliten (Stoffwechselprodukte) von Pilzen, die für Mikroorganismen – und in hohen Konzentrationen auch für Mensch und Tier – giftig sind.

Simone Wyss
Hausvereins-Beratungspartner Sanawall GmbH, Affoltern a.A.

Aus «casanostra» 123

casanostra 123 - Februar 2014

Durch geeignete bauliche Massnahmen und eine angepasste Nutzung lässt sich ein Schimmelpilzwachstum weitgehend vermeiden. Zeigt sich dennoch Schimmelpilz, sollte dieser rasch entfernt und deren Ursache behoben werden. Mieter sind verpflichtet, der Vermieterin einen Schimmelpilzbefall zu melden.

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