Der Nationalrat hat heute das Postulat 24.4092 abgelehnt. Damit bleibt Diskriminierung auf dem Schweizer Wohnungsmarkt weiterhin ein blinder Fleck der Politik. Casafair bedauert den Entscheid.
Wer eine Wohnung sucht, wird oft nicht nach relevanten Kriterien beurteilt, sondern nach Name, Herkunft, sozialem Status oder Alter. Ältere Untersuchungen zeigen, dass Effizienzdruck, Konkurrenz und Standardabläufe bei der Wohnungsvergabe zu systematischer Benachteiligung für Personen mit ausländischen Nachnamen bei der Wohnungssuche führt.
Je härter die Konkurrenz, desto grösser die Diskriminierung
Es braucht heute dringender denn je eine breite Analyse der Wettbewerbssituation bei der Wohnungsvergabe. Denn je grösser der Druck auf dem Wohnungsmarkt, desto stärker die Diskriminierung.
Eine Mehrheit des Nationalrats verschliesst jedoch die Augen vor dem Problem und ignoriert die Lebensrealität eines signifikanten Teils der Wohnbevölkerung in der Schweiz, die zunehmend an den Rand gedrängt wird.
«Wer faire Mietverhältnisse will, muss sicherstellen, dass alle Menschen die gleiche Chance haben, eine Wohnung zu finden», sagt Ursula Zybach, Casafair-Präsidentin. «Dieser Entscheid ist ein Rückschritt für alle, die auf dem Wohnungsmarkt strukturell benachteiligt werden.»
Casafair wird das Thema weiterverfolgen und setzt sich für ein Mietrecht ein, das sowohl Vermieter*innen als auch Mieter*innen – und alle Wohnungssuchenden – fair behandelt.

