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Wir sind tief betroffen über den Tod unserer ehemaligen Präsidentin Hildegard Fässler. Über 16 Jahre hinweg prägte sie unseren Verband – damals noch Hausverein mit ihrer Energieihrer Überzeugungskraft und ihrem offenen, weitsichtigen Geist. Was einst eine kleine verschworene Gemeinschaft von Idealist*innen war, formte sie zu einer schweizweit gefestigten Organisation mit über 10’000 Mitgliedern und zur unüberhörbaren Stimme für soziales und ökologisch verantwortungsvolles Wohneigentum. 

Nach der Gründung des Hausvereins dauerte es ganze zwölf Jahre, bis am 20. Mai 2000 die Mitgliederversammlung mit einer Statutenrevision überhaupt ein Präsidiumsamt einführte. So wurde dann 2001 Hildegard Fässler – die ersten Jahre noch im Co-Präsidium – zur ersten Präsidentin gewählt. Ihr Engagement entsprang einer tiefen Überzeugung: dass sozial verantwortliches Vermieten und ökologisch bewusstes Wohnen möglich ist und dass sich auch Wohneigentümer*innen für faire Abgaben, gerechte Tarife und sinnvolle steuerliche Lösungen einsetzen können. 

Es gibt wohl nur wenige politisch interessierte Personen, die sich nicht an die leidenschaftlichen Debatten am Fernseher oder auf einem Podium mit Hildegard Fässler erinnern. Sie verstand es, mit einfachen Worten ihre Botschaft zu vertreten und es konnte in Diskussionen durchaus zwischendurch lebhaft werden. Auch die unzähligen Sitzungen mit ihr bleiben in lebhafter Erinnerung – die engagierte und offene, auch beharrliche und fordernde Präsidentin am Kopf des Tisches. 

Respektierte Stimme im Bundeshaus 

Hildegard Fässler gehörte zu den einflussreichsten Schweizer Politikerinnen ihrer Zeit – und diesem Ruf wurde sie auch als Hausvereins-Präsidentin gerecht. Im Parlament setzte sie sich mit grosser Überzeugung für die Anliegen von Wohneigentümer*innen ein. Sie scheute keine Diskussion rund um die wiederholten Forderungen zur Abschaffung des Eigenmietwerts, sie reichte mehrere Vorstösse zum besseren Schutz der Bauherr*innen vor Baupfusch ein und kämpfte gegen den Hauseigentümerverband für die gesetzliche Verankerung eines fairen Mietzinses. Auch ihr breites Netzwerk war für den Verband von unschätzbarem Wert. Und dass Casafair als Verband zu klein sei, um im Alleingang Referenden oder gar Volksinitiativen zu stemmen, sah sie nie als Hindernis, denn «… im Verbund mit anderen Organisationen sind wir schlagkräftig».  

Bleibende Wirkung 

Hildegard Fässler gelang es, frischen Wind in den Hausverein zu bringen. Unter ihrer Führung professionalisierte sich die Verbandsarbeit, und mit der Ausweitung in die Westschweiz als HabitatDurable gelang ein wichtiger Meilenstein. Sie steuerte den «Hausverein» von damals tatkräftig Richtung «Casafair» von heute. In diesem neuen Verbandsnamen spiegeln sich auch Hildegards zentrale Anliegen wider: faires Vermieten und verantwortungsvolles Eigentum. 

An der Delegiertenversammlung 2017 wurde Hildegard Fässler mit grossem Dank, tiefer Wertschätzung und herzlichem Applaus als Präsidentin verabschiedet und zum Ehrenmitglied ernannt. Doch Hildegard war weit mehr als eine Präsidentin. Sie war eine aufmerksame Zuhörerin, eine kraftvolle Gestalterin, den Menschen immer zugewandt. Hilde, wir danken Dir von Herzen für Dein grosses Wirken. 

  • historisch_Archiv_Casafair (49): Archiv Casafair

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