«Wir möchten für den Ausbau des Dachgeschosses eine zusätzliche Hypothek aufnehmen. Worauf müssen wir bei der gegenwärtigen Zinslage besonders achten?»
Der Abschluss von Hypotheken ist derzeit so günstig wie noch nie. Das gilt sowohl für kurz- und langfristige wie für Festzins- oder Libor-Hypotheken mit variablen Zinssätzen. Man darf nie ausser Acht lassen, dass eine Hypothek irgendwann verlängert werden muss. Je nach persönlicher Situation ist es vorteilhafter, eine kurzfristige, eine langfristige oder eine Kombination davon abzuschliessen In diese Überlegungen sollte man auch die Vorsorge im Rentenalter miteinbeziehen.
Die tiefen Zinsen machen es einfacher, eine zusätzliche Amortisation durchzuführen – insbesondere bei den günstigeren kurzfristigen Hypotheken. Das kann beim nächsten Neuabschluss bessere Konditionen zur Folge haben, weil man seine Kreditwürdigkeit bewiesen hat. Sollten sich jedoch andere Parameter verschlechtern, etwa der Wert der Liegenschaft oder das Einkommen aufgrund der Pensionierung, darf man nicht damit rechnen. Sollte sich die Zinslage verschlechtern, hat man die Möglichkeit, eine variable Hypothek bei der Bank in eine langfristige umzuwandeln.
Laufen mehrere Hypotheken auf einer Liegenschaft, ist es sinnvoll, die Fälligkeitsdaten gut zu staffeln. Das minimiert das Risiko, alle bei schlechter Zinslage erneuern zu müssen. Der Nachteil : Das Verhandeln mit anderen Banken gestaltet sich schwieriger, da man an die Bank gebunden ist, bei der man den Abschluss getätigt hat. Nicht vergessen sollte man die Vorfälligkeitsentschädigung ( Penalty ) : Will oder muss man die Hypotheken vorzeitig auflösen – etwa bei einem Hausverkauf –, kann das hohe Kosten zur Folge haben. Nicht jeder Nachfolger will die Hypotheken übernehmen.

Michel Wyss
Dossierspezialist «Stockwerkeigentum» des Hausvereins Schweiz, Wyss Liegenschaften, Wabern
www.wyssliegenschaften.ch
Aus «casanostra» 136


