Schliessen

Casafair Logo

Vielfältige Wege zu tieferen Heizkosten

Die hohen Energiepreise rücken die Effizienz der Heizung in den Vordergrund. Um diese zu erhöhen, können Eigentümerschaften einiges tun. Mehr Effizienz versprechen zum Beispiel der regelmässige Service, der hydraulische Abgleich der Heizung oder ein spezielles «Langzeit-EKG».

Anfang Jahr liessen grüne Skipisten und frühlingshafte Temperaturen das Gespenst der Energiemangellage verschwinden. Doch spätestens in einigen Monaten dürften die Mieterinnen und Mieter davon eingeholt werden. Denn Gas oder Heizöl wurden letztes Jahr zu sehr hohen Preisen eingekauft, und auch der Strompreis ist seit Anfang Jahr kräftig gestiegen. «Die meisten Verwaltungen verschicken die Nebenkostenabrechnungen ab Mai, Juni oder häufig noch viel später. Das wird bei einigen ein böses Erwachen geben», sagt Michel Wyss. Er ist Immobilienfachmann und Teilhaber bei der Wyss Liegenschaften GmbH, die auch im Auftrag von casafair tätig ist.

Der Autor

Portraitfoto Michael Staub

Michael Staub
Journalist

Aus «casanostra» 169

Bei Abwesenheit die Heizung abstellen?

«Eine Partei aus unserem Mehrfamilienhaus ist für drei Monate auf Reisen. Nun haben sie uns gesagt, dass sie die Heizung während ihrer Reise komplett abgestellt hätten. Unser Architekt hat gesagt, dass die Heizung besser auf 16/17 °C eingestellt werden muss. Darf ich dies unseren Mietern vorschreiben oder nur empfehlen?»

Vorneweg dies: Die Vermieterschaft darf der Mieterschaft in Sachen Raumtemperatur der Wohnung nichts vorschreiben, sondern nur empfehlen.

Aus «casanostra» 169

Der Autor

/wordpress/wp-content/uploads/jeanrichard-philippe.jpg

Philippe JeanRichard
JeanRichard Architektur, Casafair-Berater

Detaillierte Nebenkostenabrechnung einführen

«Ich habe meine Eigentumswohnung in Zürich vermietet. Die Nebenkosten sind gemäss Vertrag pauschal darin enthalten. Wie gehe ich vor, wenn ich die Nebenkosten wegen gestiegenen und weiter steigenden Energiekosten zum effektiven Preis verrechnen möchte?»

Es gibt weiterhin Fälle, in denen die Nebenkosten pauschal bezahlt werden. In diesen Fällen trägt die Vermieterschaft das Risiko für Preisschwankungen allein. Casafair empfiehlt einen Wechsel vom Modell mit Pauschalen zum Modell mit Akontozahlungen und einer Abrechnung nach effektiv bezahlten Nebenkosten. Die trägt zur Kostentransparenz für beide Seiten bei.

Aus «casanostra» 168

Der Autor

Nadim Chammas
Redaktor «casanostra»

Solarboom in der Schweiz

Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Dach steigt. Das spüren auch die Beraterinnen und Berater von Casafair. Sie erhalten deutlich mehr Anfragen von Mitgliedern, die nun auf Sonnenenergie umsatteln möchten.

«Unsere Ölheizung ist im März ausgestiegen, jetzt würden wir gerne eine Solarheizung installieren.» So kann es tönen, wenn der Zürcher Energieberater Andreas Edelmann einen Anruf erhält. Er ist Präsident von Casafair Zürich und berät Mitglieder von Casafair.» Das Interesse an Solarenergie ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen», stellt er fest.

Dafür gibt es viele Gründe: Die Baukosten für Solaranlagen sind gesunken. Das seit 2018 geltende neue Energiegesetz hat es einfacher gemacht, den Strom vom eigenen Dach selber zu verbrauchen. Mit Immobilien auf direkt angrenzenden Grundstücken darf der Strom sogar geteilt werden. Die Preise für herkömmlichen Strom aus dem Netz sind 2021 stark gestiegen, und der Ukrainekrieg hat Hausbesitzerinnen und -Besitzer zusätzlich motiviert, den Bau einer Solaranlage ins Auge zu fassen.

Ein halber Quadratmeter pro Kopf

Das Bundesamt für Energie bestätigt den Zuwachs: 2021 sei der Photovoltaik-Zubau im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 683 Megawatt angestiegen. Das entspricht einer neu zugebauten Solarpanel-Fläche von rund 0.4 Quadratmetern pro Kopf. Insgesamt waren per Ende 2021 in der Schweiz Solarpanels mit einer Leistung von 3,65 Gigawatt installiert, die 3,7 Prozent des Schweizer Strombedarfs abdecken. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,1 Prozent.

Saubere Auslegeordnung schützt vor Fehlentscheiden

Die Mitglieder gelangen mit sehr unterschiedlichen Fragen an die Beraterinnen und Berater von Casafair. » Manche bringen ein grosses Vorwissen mit, anderen ist beim Erstkontakt noch nicht bewusst, dass es mit Photovoltaik und Solarthermie zwei unterschiedlichen Möglichkeiten gibt, um Sonnenenergie zu nutzen», erzählt Edelmann. Photovoltaikanlagen erzeugen Strom, thermische Anlagen dagegen Wärme für das Warmwasser oder die Heizung.

Der wichtigste Tipp des Fachmanns lautet: » Die Installation einer Solaranlage sollte man immer in Zusammenhang mit dem Heizsystem eines Hauses betrachten». Als erstes gelte es zu entscheiden, wie ein Gebäude künftig geheizt werden soll. Danach könne man überlegen, welche solare Ergänzung dazu passe. Ein Wärmepumpe erhöht den Stromverbrauch eines Hauses zum Beispiel deutlich, dementsprechend macht es Sinn eine Photovoltaikanlage zu bauen, um den zusätzlichen Strombedarf möglichst selber zu produzieren. Zu einer Holzheizung passt dagegen eher eine Solarthermieanlage.

Der Zustand der Bausubstanz und die Nutzung eines Gebäudes beeinflussen die Wahl der passenden Haustechnik ebenfalls. Oft ist es daher sinnvoll, vor dem Kauf einer Solaranlage eine Gebäudeausweis (GEAK) zu erstellen. Ein vierseitiger GEAK-Bericht zum Ist-Zustand eines Hauses ist ab 700 Franken zu haben. Für einen rund dreissigseitigen GEAK-Plus-Bericht ist je nach Grösse der Immobilie mit Kosten zwischen 1500 und 3000 Franken zu rechnen. Dieser enthält zusätzlich konkrete Vorschläge für eine energetische Sanierung. Da viele Kantone und Gemeinden den GEAK-Plus mit einem Förderbeitrag von rund 1000 Franken unterstützen, halten sich die Ausgaben unter dem Strich in Grenzen.

Steile Lernkurve von Bau- und Immobilienbranche

Sicher ist: Solaranlagen für den Eigenverbrauch-insbesondere die Zusammenschlüsse für den Eigenverbrauch- bieten für Bauherrschaften heute ganz neue Möglichkeiten. Parallel dazu steigen immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten auf Elektroautos um.

Hausbesitzer, Architektinnen, Solarteur-Firmen und Immobilienverwaltungen stehen deshalb vor spannenden Herausforderungen. «Die Lernkurve der Branche ist im Moment enorm» sagt Markus Chrétien, Geschäftsleiter von Solarspar, einem gemeinnützigen Verein, der seit über dreissig Jahren den Bau von Solaranlagen vorantreibt.

Im Juli 2018 nahm Solarspar in Rünenberg (BL) einen ersten Zusammenschluss zum Eigenverbrauch in Betrieb. «Mit einer Leistung von rund 22,2 Kilowattpeak für drei Privathaushalte war diese Anlage zwar nur knapp halb so gross wie unsere normalen,» erklärt Chrétien. «Aber sie bot uns die Gelegenheit, dieses neue Konzept auszuprobieren und die dafür nötigen Geschäftsprozesse aufzubauen.» Die Herausforderungen seien vielfältig : Es brauche juristisch einwandfreie Verträge, transparente und verbrauchsgerechte Stromabrechnungen, und auch technisch müsse alles stimmen. Der passende Anschluss ans Internet, um die Anlage zu überwachen, ist nur ein Beispiel von vielen.

«Zudem gilt es, den Eigenverbrauch zu optimieren», sagt Chrétien. Das heisst: Idealerweise sollte dann Strom verbraucht werden, wenn die Solaranlage läuft. Durch die Nutzung der Solarenergie für die Warmwasseraufbereitung, geschickt gewählte Zeitfenster für den Start der Wachmaschine oder das Laden von Elektrofahrzeugen und viele weitere Massnahmen lässt sich die Eigenverbrauchsquote erhöhen.

Ökonomisch ist das vorteilhaft : Der Strom vom eigenen Dach ist heute oftmals billiger als der Strom aus dem öffentlichen Netz; zudem erhält man für den überschüssigen Strom, den man ins Netz einspeist, von vielen lokalen Energieunternehmen nur eine sehr kleine Entschädigung.

Infrastruktur für Elektroautos

Mittlerweile richtet Solarspar mit grösserer Kelle an : In Diepflingen (BL) ging im Frühling 2022 die Anlage für das Mehrfamilienhaus » in den Reben » in Betrieb. Ein Neubau mit zehn Eigentumswohnungen. Solarspar hat bei der Planung des Gebäudes mitgewirkt und als Contracting-Partner die Finanzierung und den Betrieb der Anlage übernommen.

Bei diesem Bau gehörte die Planung der Parkgarage zu den speziellen Herausforderungen : » Es genügt leider nicht, einfach vorsorglich leere Rohre für den künftigen Einbau von Ladestationen für Elektroautos einzuplanen», erzählt der verantwortliche Architekt, Angelo Tomaselli. » Wird später bei Bedarf eine Station nach der anderen installiert, kann es zu Überlastungen im Stromnetz kommen, was die lokalen Netzbetreiberfirmen natürlich nicht tolerieren.» Dank einem von Anfang an installierten Flachbandkabel in der Einstellhalle und Lastmanagement in der Elektrohauptverteilung wird der Zubau von Ladestationen » In den Reben» nun problemlos möglich sein.

Beratung für Vermieter und Stockwerkeigentümerschaften

Thomas Hardegger, Vizepräsident von Casafair und Vorstandsmitglied von Solarspar, berät Casafair-Mitglieder in juristischen Fragen, die beim Bau von Solaranlagen auftauchen. Die Anliegen sind vielfältig : » Darf ich die Miete nach der Installation erhöhen ? Wie weise ich den Solarstrom in der Nebenkostenabrechnung aus ? Wie bringe ich die Parteien einer Stockwerkeigentümerschaft dazu, bei der nächsten Haussanierung auf Sonnenenergie zu setzen ?»

Hardegger ist selber Hausbesitzer, und beruflich ist der ehemalige SP-Nationalrat als Liegenschaftsverwalter tätig. Zwei Wohnhäuser und ein Grösseres Gebäude mit Gewerbe-und Wohnnutzung hat er bereits auf ZEV umrüsten lassen. Bei seinem neuesten Objekt hat er zusätzlich in eine ökologische Salz-Speicherbatterie aus Schweizer Produktion investiert, um die Selbstversorgung der Liegenschaft zu erhöhen. Er ist überzeugt : «Gut geplante Lösungen mit Solarenergie rentieren. Sie schneiden auch im Vergleich zu Fernwärme vorteilhaft ab !»

Für Vermieterinnen und Vermieter sei ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch erfahrungsgemäss einfacher umzusetzen als im Stockwerkeigentum, da es Bei letzteren oft einzelne Parteien gebe, welche die Investitionskosten nicht aufbringen wollen oder können.

Die Neugestaltung der Stromabrechnung sei aus seiner Sicht keine besondere Hexerei. Seine Firma arbeite beispielsweise mit einem modernen Immobilienverwaltungsprogramm. «Im Moment erarbeiten wir eine Schnittstelle mit dem Unternehmen, das für uns den Strom abliest. Danach fliessen die Daten automatisch in die Nebenkostenabrechnungen unserer Mieter ein.» Falls jemand die Nebenkostenabrechnung lieber nicht selber erstelle wolle, lasse sich dieser Aufgabe problemlos ganz oder teilweise an spezialisierte Firmen auslagern.

Genossenschaften und Balkon-Module als Alternative

Es gibt Liegenschaften, die nicht für den Bau von Solaranlagen geeignet sind oder Stockwerkeigentümerschaften, die sich dagegen entscheiden. Auch wer zu Miete wohnt, kann nicht frei über das Dach seines Wohnhauses verfügen. Doch selbst in solchen Situationen können Privatpersonen aktive zur Energiewende beitragen.

Eine erste Möglichkeit ist es, einer Solargenossenschaft beizutreten, um so in den Bau von neuen Anlagen zu investieren. In der Schweiz gibt es mehr als 120 solche Genossenschaften
(www.sses.ch/de/solargenossenschaften).

Die Casafair Sektion HabitatDurable Neuchâtel war 2017 an der Gründung von «Coopsol» beteiligt. Diese Kooperative ist sehr erfolgreich und seither stetig gewachsen. «Interessierten geben wir unser Wissen gerne weiter !» sagt Veronika Pantillon, Projektverantwortliche Romandie bei Casafair und Coopsol-Verwaltungsrätin. Casafair-Berater und Solarpionier Amadeus Wittwer ist ebenfalls eine gute Kontaktadresse : er hat 2012 die Organisation » Energie Genossenschaft Schweiz» gegründet.

Ausserdem können Solaranlagen längst nicht mehr nur auf dem Dach montiert werden. So gibt es beispielsweise solare Bodenplatten, Solartürme für den Garten und Kleinstanlagen für den Balkon. Wer sich für ein steckfertiges Solarmodul für den Balkon interessiert, findet auf dem Energieberatungsportal www.topten.ch/solar eine Liste dieser innovativen Geräte oder sieht sich die Mitgliederangebote auf Seite 19 in diesem Heft genauer an.

Langsamer als andere Länder

Die Schweizerische Energiestiftung SES hat die Pro-Kopf-Produktion von Sonnen- und Windenergie der 27 Staaten der Europäischen Union und der Schweiz verglichen. Im Stichjahr 2021 landet die Schweiz auf Platz 23, knapp von Ungarn, Tschechien, Slowenien, der Slowakei und Lettland. Spitzenreiter Dänemark und Schweden produzieren pro Kopf rund achtmal mehr Strom aus Solar- und Windenergie als die Schweiz. Nur gerade 5,6 Prozent des Stromverbrauchs wurden hierzulande mit den beiden neuen erneuerbaren Technologien erzeugt. In Dänemark dagegen rund 53 Prozent.

«Der verhaltene Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion in der Schweiz liegt an den ungünstigen politischen Rahmenbedingungen», hält die SES in ihrem Bericht fest. Um den Ausbau anzukurbeln, müssten vor allem die Preisrisiken für Investorinnen und Investoren gesenkt werden. So brauche es für Bauherrschaften von kleineren Anlagen stabile Rückliefertarife der lokalen Stromversorgungsfirmen für den ins Netz eigespeisten Strom.

Aus «casanostra» 167

Die Autorin

Mirella Wepf
Mirella Wepf
Journalistin

Tipps für den Umgang mit der Energieknappheit: Merkblatt für Vermieter*innen

Energieknappheit: Steigende Energiepreise und eine unsichere Entwicklung belasten die Haushalte und führen zu Planungs­schwierigkeiten beim Budgetieren der zukünftigen Nebenkosten. Die Verrechnung der Nebenkosten geschieht dabei unterschiedlich – in den meisten Fällen mittels Verrechnung der effektiven Kosten mittels detaillierter Nebenkostenabrechnung oder über Pauschalbeträge. Sind die Nebenkosten im Mietzins inkludiert, empfehlen wir eine Beratung durch eine Fachperson. Unsere Tipps für Vermieter*innen sollen ihnen helfen, die Hausgemeinschaft auf die Energieknappheit vorzubereiten.

Bezahlt die Mieterschaft die Nebenkosten mit Nebenkostenpauschalen gemäss Art. 4 VMWG, trägt die Vermieterschaft das Risiko für Preisschwankungen allein. In diesem Fall sind die Mehrkosten der Energiepreis-Erhöhungen von der Vermieterschaft zu tragen. Die Pauschale berechnet sich anhand der Durchschnittswerte der vergangenen drei Jahre – die gestiegenen Preise können somit auch bei einer Erhöhung der Pauschalbeträge erst mit einer Verzögerung und auch nicht rückwirkend weitergegeben werden. Für diese einseitige Vertragsänderung ist das amtliche Formular vorgeschrieben, die Änderung muss auf den nächsten Kündigungstermin kommuniziert werden. Der Mieterschaft steht ihrerseits das Recht auf Anfechtung offen. Casafair empfiehlt einen Wechsel des Modells mit Pauschalen zu einer Abrechnung nach effektiven Nebenkosten mit Akontozahlungen.

Dabei bezahlt die Mieterschaft die effektiven Nebenkosten und leistet dafür monatlich eine Akontozahlung, die Vermieter*innen erstellen eine jährliche Nebenkostenabrechnung. Wem das zu kompliziert ist, kann diese Aufgabe auch bei unseren Fachpersonen aus dem Beratungsnetzwerk in Auftrag geben – wir beraten Sie gerne.

Beim Modell mit Akontozahlungen zeichnet sich ab, dass Ende der Heizperiode happige Nachzahlungen fällig werden. Darum sollen Vermieter*innen jetzt die Höhe der künftigen Nebenkosten überprüfen und die Akontozahlungen wo nötig anpassen. Am einfachsten geht es, wenn die Mieterschaft die Akontozahlungen freiwillig erhöht. Dafür genügt es, mit einem einfachen Schreiben (inklusive Talon) der Mieterschaft anzubieten, dass Sie ab einem bestimmten Datum eine frei wählbare oder fix vorgeschlagene höhere monatliche Akontozahlung leisten können. Die Vermieterschaft kann die Akontozahlung auch von sich aus als einseitige Vertragsänderung anpassen, dies ist mit dem amtlichen Formular auf den nächsten Kündigungstermin möglich.

Casafair empfiehlt, in jedem Fall aktiv und frühzeitig auf die Mieterschaft zuzugehen und transparent über die Entwicklung der Nebenkosten zu orientieren. Wenn ein Ersatz der fossilen Heizung geplant ist, wird eine vorübergehende Erhöhung der Nebenkosten wegen steigenden Preisen für fossile Heizenergie von der Vermieterschaft auch eher akzeptiert.

Weitere Tipps für Vermieter*innen zur Energieknappheit:

  • Aufmerksamkeit schaffen: Mieter*innen regelmässig auf Sparmöglichkeiten aufmerksam machen.
  • Energiemanagement: Kontrolle und regelmässige Information zu den Sparerfolgen an die Mieter*innen; das schafft Vertrauen und Unterstützung.
  • Verbrauchsabhängige Heizkosten- und Wasserabrechnung einführen, wo das mit vertretbarem Aufwand möglich ist.
  • Frühzeitig den Kontakt zu den Mieter*innen suchen, wenn sich eine Erhöhung der Nebenkosten abzeichnet.
  • Im Zweifelsfall: Lassen Sie Ihre Mietverträge durch eine Fachperson überprüfen, ob diese der aktuellen Rechtsprechung entsprechen.

Tipps für den Umgang mit der Energieknappheit: Merkblatt für Wohneigentümer*innen

Die Tipps von Casafair zum Umgang mit der Energieknappheit richten sich an Wohneigentümer*innen und dienen dazu, mit kurzfristig umsetzbaren Massnahmen die Energieknappheit zu entschärfen und das vom Bund anvisierte Sparziel von 15% für die Schweizer Haushalte zu erreichen. Die Hinweise sollen motivieren, rasch erste Massnahmen umzusetzen, um dann den Mut zu haben, weitere Schritte in Angriff zu nehmen. Die Liste mit den Empfehlungen ist nicht neu, soll jedoch Ansporn sein, unseren liebgewordenen und leider sehr verschwenderischen Energieverbrauch zu hinterfragen. Wenn alle mittun, entgehen wir einem grossen Problem, sparen Geld und schützen das bereits stark havarierte Klima und die Umwelt.

Tipps und Empfehlungen zur Energieknappheit

Schnelle Vorkehrungen für Wohneigentümer*innen mit teilweise grossem Sparpotential

  • Fenster- und Haustürdichtungen
    Überprüfen Sie die Dichtigkeit mit einem eingeklemmten Blatt Papier: wenn Sie dieses bei geschlossenem Fenster wegziehen können, dann sollten die Dichtungen ersetzt werden. Diese sind im Baumarkt günstig zu haben.
  • Jalousie-Läden
    Geschlossene Läden erstellen ein Zwischenklima zum Fenster, das die Abkühlung der Gläser wesentlich verringert und das Wohnklima verbessert.
  • Lüften
    Nur kurz und kräftig lüften und Fenster in Kippstellung vermeiden.
  • Heizung
    Lassen Sie den Service regelmässig durchführen.
  • Raumtemperaturen
    Drosseln Sie die Temperaturen in Wohnzimmern auf 20°, in Schlafzimmern auf 16° und im Bad auf 23° Celsius. Thermometer sind sehr günstig. Umwälzpumpe der Heizung
    Lassen Sie eine alte Pumpe durch ein energieeffizienteres Modell ersetzen.
  • Heizkurve/Vorlauftemperatur/Nachtabsenkung
    Überprüfen Sie diese oder lassen Sie diese durch den Servicemonteur neu einstellen.
  • Heizkörper
    Wenn es gurgelt und nicht richtig warm wird, dann entlüften Sie die Radiatoren und montieren Sie Thermostatventile für die geregelte Wärmeabgabe.
  • Boiler
    Die Erhitzung des Boilers auf 60° genügt und dieser sollte, je nach Härtegrad, alle 3–5 Jahre entkalkt werden.
  • Duschen statt baden
    Ein Bad benötigt 170 lt. Warmwasser, eine Dusche nur 50 lt. und mit einer Sparbrause noch weniger.
  • Energie-Sparlampe
    Ersetzen Sie stromfressende Glühlampen durch sparsame LED-Lampen. Diese gibt es heute für alle Lampenfassungen und in unterschiedlichem Design.
  • Beleuchtung ein/aus
    Löschen Sie das Licht an unbenützten Orten oder montieren Sie Bewegungsmelder; diese übernehmen das Beleuchtungs-Management und löschen das Licht, wenn sich niemand im Raume aufhält.
  • Stand-by-Funktionen
    Schalten Sie die Stand-by-Funktion bei Abwesenheit oder längerem Nichtgebrauch des Gerätes ab und nutzen Sie intelligente Steckerleisten.
  • Haushaltgeräte
    Ersetzen Sie den alten Kühlschrank, die Geschirrwaschmaschine durch ein energieeffizientes Modell.
  • Tumbler
    Benützen Sie den Tumbler wenn möglich nur dann, wenn die Sonne nicht scheint – denn diese Energie für die Wäschetrocknung ist gratis.
  • Kühlschrank/Gefriertruhe
    Stellen Sie diese Geräte nicht tiefer als 7° resp. -18° Celsius ein – weniger ist mehr.
  • Geschirrspüler/Waschmaschine
    Lassen Sie diese Geräte auf dem Eco-Programm und nur komplett befüllt laufen.
  • Unbewohnte Kellerräume/Garage im Haus
    Die Heizung abstellen und die Kellerdecke isolieren; dazu bietet der Markt viele und gute Materialien, die auch eigenleistungsfreundlich sind.
  • Türe vom Wohnraum/Flur zum Keller
    Wenn Sie diese Türe abdichten und wenn nötig mit einer kleinen Schwelle versehen, dann unterbinden Sie den unangenehmen Kältestrom vom unbeheizten Keller her ins Wohngeschoss.
  • Estrich
    Ihr Estrich ist Abstellraum und unbewohnt. Auch da bietet sich eine gute Gelegenheit – wenn möglich in Eigenleistung – viel Energie zu sparen durch eine gute Isolation des Estrichbodens. Und zudem: endlich haben Sie die Motivation, den Estrich zu entrümpeln, um dort anschliessend nur noch die wichtigen Sachen zu deponieren!
  • Undichtigkeiten
    Anschlüsse zB. von Wand zu den Dachbalken sind oftmals undicht und es geht viel Wärme verloren. Spüren Sie diese Lecks auf und stopfen Sie diese sorgfältig mit Stopfmaterial und einer Tube Kitt.

Gehen Sie diese Tipps für Wohneigentümer*innen für eine sinnvolle Energieeinsparung mit persönlichen «Zielvorgaben» und spielerisch an, diskutieren Sie diese mit Ihren Kindern oder Nachbarn, die bestimmt begeistert mitmachen und um die grössten Energiegewinne wetteifern werden. Viele der genannten Tipps können Sie kurzfristig und ohne Handwerker umsetzen und wenn – dann werden sich Ihre Investitionen dank Energiegewinn rasch amortisieren. Messen, kontrollieren und vergleichen Sie die Resultate und freuen Sie sich am Erfolg und den positiven Ergebnissen.

Viel Mut, und wenn Sie nicht mehr weiterwissen – fragen Sie uns, wir helfen ihnen gerne weiter!

Der Autor

Hannes Heuberger

Hannes J. Heuberger
Berater Casafair Mittelland
BauBeratungen hjh, Wahlendorf

Schlauer Shower ‒ Energiesparen für Warmduscher

Sparen Sie Energie ohne Abstriche beim Komfort! Mit einer neuen Generation sparsamer Duschbrausen. Casafair-Mitglieder erhalten die modernsten Sparbrausen zum Vorteilspreis.

Warmwasser sparen bedeutet auch, Heizenergie zu sparen. Das Potenzial ist enorm: im Schnitt können pro Jahr 550 Kilowattstunden Energie eingespart werden, so viel wie Kochherd und Waschmaschine jährlich zusammen benötigen.

Casafair hat bereits Aktionen mit vergünstigten Duschbrausen durchgeführt. Bei der letzten Aktion haben rund 400 Casafair-Mitglieder auf Sparbrausen umgerüstet und sparen dadurch zusammen jährlich rund 220’000 Kilowattstunden Energie, 3’700 m3 Warmwasser und emittieren rund 30 Tonnen weniger CO2.

Aus aktuellem Anlass wiederholen wir die Aktion. Ebenso wie im letzten Jahr können alle Mitglieder mit Öl- oder Gasheizungen, die noch nicht auf Sparbrausen umgerüstet haben, eine moderne Sparbrause für CHF 10.- statt CHF 37.- zu bestellen.

Die Förderbeiträge zielen ursprünglich auf die Einsparung von CO2. Darum erhalten alle Haushalte, die bei der Warmwasseraufbereitung bereits auf erneuerbare Energien umgestellt haben, eine reduzierte Förderung (CHF 24.- statt CHF 37.-). Wegen der aktuell hohen Energiepreise rechnet sich die Umrüstung schon nach Wochen auch finanziell. Weiterhin gilt, dass pro Haushalt maximal eine Brause gefördert wird.

Das Projekt «Schlauer Shower» wird finanziert von der Stiftung Klik, ist vom Bundesamt für Umwelt bewilligt und wird von der Firma Sinum AG umgesetzt. Auftraggeberin ist myclimate.

Online-Sanierungsratgeber

Online-Sanierungsratgeber Renovabene

Wenn die Nebenkosten steigen, wird die Frage nach energetischen Sanierungen dringend. Der Online-Sanierungsratgeber begleitet Vermieter*innen und Vermieter vor, während und nach energetischen Sanierungen und fördert den Austausch mit Mieterinnen und Mietern. Er beantwortet sämtliche Fragen zu Energetischen Sanierungen im Zusammenhang mit Kommunikation, Bau, Recht und Finanzen.

Immobilien in der Schweiz sind für über 40 Prozent des Energieverbrauchs und für einen Drittel des CO2-Ausstosses der Schweiz verantwortlich. Um die Klimaziele zu erreichen, ist es notwendig, Gebäue zu sanieren, mehr und schneller als zuvor.

Energetische Sanierungen sind mitunter eine komplexe Angelegenheit und stellen eine Herausforderung für alle Involvierten dar. Der Online-Ratgeber Renovabene begleitet Vermieterinnen und Vermieter vor, während und nach energetischen Gebäudesanierungen. Zudem unterstützt er den Austausch mit Mieterinnen und Mietern, denn dieser wirkt sich positiv auf den Baufortschritt und das Resultat der Sanierung aus. Kurze, verständliche Texte, gelungene Beispiele und weiterführende Informationen geben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern wie die folgenden:

  • Welche Vor- und Nachteile bietet mir die Sanierung einer Liegenschaft im bewohnten Zustand?
  • Bereitet Ihnen die energetische Sanierung Ihrer Liegenschaft Kopfzerbrechen?
  • Lohnt sich der Beizug einer Imobilienfachperson für die Kommunikation mit der Mieterschaft?
  • Wann und wie soll ich die Mieterschaft erstmals über eine geplante Sanierung informieren?
  • Welche gesetzlichen Bestimmungen gilt es im Umgang mit der Mieterschaft zu berücksichtigen?

Heizungsersatz, Wärmedämmung und weitere Massnahmen lohnen sich für Vermieter- und Mieterschaft, sind aber auch herausfordernd. Um Wohneigentümer*innen bei dieser Aufgabe zu unterstützen, beteiligt sich Casafair am Online-Sanierungsratgeber renovabene.ch. Dieser bietet Antworten auf alle Fragen rund um die Sanierung von Mietobjekten.

renovabene.ch

Kosten: gratis zugänglich
Online seit: 2020
Themenkreise: Planung, Realisierung, betrieb, Finanzen, Recht, Bau und Kommunikation.
Träger: Energie Schweiz, Bundesamt für Energie, Bundesamt für Wohnungswesen
Projektpartner: Casafair, SVIT, zawonet, SIG, Raiffaisen casa, Wohnen Schweiz, erneuerbarheizen.ch, wohnbaugenossenschaften schweiz
Ergänzung: locabene.ch, der Sanierungsratgeber für Mieterinnen und Mieter

Persönliche Beratung

Casafair-Beratungsangebot

erneuerbar heizen

«erneuerbar heizen» hat viele Vorteile – und ist so einfach

Der Umstieg von fossilen Brennstoffen oder einer Elektrodirektheizung auf einheimische, erneuerbare Energie hat viele Vorteile. Das nützt nicht nur dem Klima und der Umwelt, sondern spart auch noch Geld. Ein Heizsystem, das mit erneuerbarer Energie betrieben wird, ist eine gute Investition in den Werterhalt und Wohnkomfort Ihres Ein- oder Mehrfamilienhauses.

Wenn die Heizung ihr Lebensende erreicht hat, muss es oft sehr schnell gehen. Deshalb lohnt es sich, die verschiedenen Möglichkeiten frühzeitig zu prüfen. Beim Umstieg von fossilen Brennstoffen oder einer Elektrodirektheizung auf ein erneuerbares Heizsystem kann man schliesslich aus verschiedenen Lösungen wählen: Wärmepumpen, Solarwärme, Holz und Fernwärme.

Das Programm «erneuerbar heizen» von Energie- Schweiz bietet vielfältige Informationen und Unter- stützung zum Wechsel auf Heizsysteme mit erneu- erbarer Energie. Dabei fallen bei sauberen und zukunftsfähigen erneuerbaren Lösungen zwar meist höhere Anschaffungskosten an, die später jedoch mit deutlich tieferen Energie- und Betriebskosten kompensiert werden. Der Heizkostenrechner von «erneuerbar heizen» bietet für alle Systeme eine erste Schätzung der Vollkosten und zeigt die mittel- und langfristigen Kostenvorteile. Zusätzlich senken verschiedene Förderbeiträge und Finanzierungsmöglichkeiten die anfänglichen Mehrkosten.

Impulsberatung vor Ort

Die jeweilige Gebäudesituation ist stets von spezifischen Bedingungen geprägt. Deshalb lohnt sich eine individuelle Impulsberatung von « erneuerbar heizen». Über 2000 Impulsberaterinnen und Impulsberater, darunter auch Expertinnen und Experten von Casafair, stehen in der ganzen Schweiz zur Verfügung. Sie unterstützen Hausbesitzerinnen und -besitzer ebenso wie Stockwerkeigentümerschaften nach einer Besichtigung vor Ort gezielt, das passende Heizsystem zu wählen, und beraten über die Kosten und das weitere Vorgehen. Die Impulsberatung wird in vielen Fällen durch Förderbeiträge vom Kanton, der Gemeinde oder weiteren Stellen unterstützt.

Wertsteigerung für die Zukunft

Der Wechsel auf ein Heizsystem mit erneuerbarer Energie lohnt sich. Sie können den CO2-Ausstoss Ihrer Liegenschaft gegen null senken und gleichzeitig auf einheimische Ressourcen vertrauen. So steigern Sie den Wert ihrer Liegenschaft, erhöhen den Wohnkomfort und sichern die Lebensqualität künftiger Generationen.

das Programm «erneuerbar heizen» von EnergieSchweiz

Der Umstieg von fossilen Heizungen oder Elektrodirektheizungen auf einheimische erneuerbare Energie bietet viele Vorteile. Ob für Ein- oder Mehrfamilienhäuser oder Stockwerkeigentum: «erneuerbar heizen» bietet wert- volle Informationen für den Umstieg auf erneuerbare Energie und mit der Impulsberatung fachkundige Unterstützung bei der Wahl des optimalen Heizsystems.

Weitere Informationen:
www.erneuerbarheizen.ch

Der Autor

Oliver Wimmer
CRK Kommunikation, Kreation & Kino

Aus «casanostra» 164

beleuchtung nachthimmel

Beleuchtung mit Köpfchen

Es ist ein Dilemma mit der Beleuchtung: Wenn es dunkel ist, vermitteln uns Leuchten im Aussenraum Sicherheit. Zu viel Licht stört jedoch den Schlaf, schadet der Natur und bringt den Sternenhimmel zum Verschwinden. Hier ein paar Tipps.

Dass Städte wie Lyon, Zürich oder Luzern seit Jahrzehnten eine gezielte Strategie für die Beleuchtung des öffentlichen Raums verfolgen, hat gute Gründe: Mit dem sogenannten «Plan Lumière» möchten sie ihre Sehenswürdigkeiten professionell inszenieren, Energie sparen und die Lichtverschmutzung reduzieren.

Auch private Hausbesitzer*innen tun gut daran, vor der Installation neuer Leuchten etwas Hirnschmalz zu investieren. Sie beugen Reklamationen von Nachbarn, die aufgrund von Streulicht nicht mehr schlafen können, vor, sparen Stromkosten und tun der Umwelt etwas Gutes.

Nicht nur Menschen, auch zahlreiche Tiere und Pflanzen reagieren empfindlich auf Lichtemissionen. Ein paar Beispiele: Zugvögel lassen sich im Nebel von Kunstlicht fehlleiten, frischgeschlüpfte Meeresschildkröten wanden an Land statt ins Meer, einige Amphibienarten erscheinen bei Beleuchtung später aus ihrem Versteck und verlieren so Zeit für die Nahrungssuche. Und eine Studie von Agroscope und Universität Zürich hat im Frühling 2021 nachgewiesen, dass Strassenlaternen die Anzahl der Blütenbesuche von Insekten nicht nur nachts, sondern auch tagsüber verändern.

Weniger ist manchmal mehr

Neue Techniken und tiefe Stromkosten verleiten dazu, Gebäude, Balkone, Gärten, Vorplätze, Einfahrten oder gar Briefkästen mit Leuchten «aufzuhübschen». Das Resultat: Satellitenbilder  zeigen, dass die nächtliche Beleuchtung weltweit extrem zugenommen hat. Ein Blick auf die  Milchstrasse lässt sich oft nur noch in sehr ländlichen Gegenden erhaschen. Der Schweizerische  Ingenieur- und Architektenverein bietet mit der SIA-Norm 491 zur «Vermeidung unnötiger  Lichtemissionen im Aussenraum» eine gute Checkliste, um neue Leuchten und den Betrieb der Anlagen zu planen.

Regel 1: Notwendigkeit überprüfen
Hinterfragen Sie Ihre Beleuchtungspläne. Brauchen Sie wirklich eine neue Leuchte am  Hauseingang oder reicht das Licht der Strassenbeleuchtung vollauf? Falls die neue Leuchte tatsächlich sicherheitsrelevant ist, achten Sie auf Leuchtmittel, die wenig Energie verbrauchen.

Regel 2: Nach unten leuchten, nie nach oben!
Wenn der Lichtstrahl nach unten gerichtet wird,  vermeiden Sie, dass Licht in die Atmosphäre abstrahlt.

Regel 3: Ausrichten und abschirmen
Kugelleuchten sind zwar hübsch, aber pfui! Unnötige Lichtstrahlen, die in den Nachthimmel, in Nachbarsparzellen, Naturräume oder andere unerwünschte Flächen eindringen, sind direkt an  der Quelle zu vermeiden! Achten Sie deshalb darauf, dass der Lichtstrahl genau dorthin gerichtet  wird, wo Sie ihn brauchen, und dass der Rest der Leuchte abgeschirmt ist.

Regel 4: Objekte nur so hell beleuchten wie nötig
Wählen Sie die richtige Beleuchtungsstärke.  Natürlich gilt es, bei einem Gebäude die Vorschriften punkto Beleuchtungsstärke und -dichte zu  beachten; unnötig überschreiten muss man diese Vorgaben jedoch nicht.

Regel 5: Leuchtdauer zeitlich begrenzen
Hand aufs Herz: Brennt in Ihrem Treppenhaus oder am Eingangstor zum Garten die ganze Nacht  das Licht? Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder sparen Strom und fördern die Nachtruhe.

Aus «casanostra» 163

Cover von casanostra 163 | November 2021

Jetzt abonnieren:
Magazin «casanostra»

Die Autorin

Mirella Wepf
Mirella Wepf
Journalistin

Mehr Informationen

SIA-Norm 491

Energiewende - Strommix

Wie grün ist Ihr Standardstrom?

Energiewende: Die Klima-Allianz Schweiz und der Stromvergleich myNewEnergy motivieren Konsument*innen mit einer interaktiven Karte, ihren lokalen Standardstrom zu kontrollieren. So können alle zur Energiewende beitragen.

Obschon Grünstrom eine gute Akzeptanz hat, denken viele Privathaushalte nicht an einen Produktwechsel. Viele Stromversorger bieten neben dem automatisch zugeteilten Standard auch Produkte mit ökologischem Mehrwert an. Mit dem Kauf dieser Produkte oder von Solarzertifikaten können auch Privathaushalte aktiv zur Energiewende beitragen. Strom ist der wichtigste Energieträger im Kampf gegen die Klimakrise, die Nutzung von nachhaltig produziertem, erneuerbarem Strom ein zentrales Element der Energiewende. Die Klima-Allianz Schweiz und der Stromvergleich myNewEnergy möchten mit der «Stromlandschaft Schweiz» eine breite Öffentlichkeit sensibilisieren und zum Wechsel auf Produkte mit ökologischem Mehrwert motivieren. Auf der interaktiven Karte unter stromlandschaft.ch können Stromkund*innen für ihre Postleitzahl die Qualität des Standards anhand der Farbe sehen. Anhand weiterführender Informationen können Kund*innen zu Strom wechseln, der die Energiewende vorantreibt – dies direkt beim Stromversorger oder über mynewenergy.ch.

Wasserstrom reicht für die Energiewende nicht aus

Schon heute besteht der Schweizer Standard grösstenteils aus Wasserkraft. Auf der Karte sind das die gelben Flächen. Das ist grundsätzlich gut, für die Energiewende aber nicht gut genug. Um den bis 2035 wegfallenden Atomstrom zu ersetzen, müssen rasch neue erneuerbare Energien wie Solar- oder Windkraft ausgebaut werden. So sieht es auch die Energiestrategie 2050 des Bundes vor. «Anhand der Stromkarte wollen wir aufzeigen, wo die Stromwende auf Kurs ist und wo sie an Tempo zulegen muss», erklärt dazu myNewEnergy-Geschäftsleiterin Christina Marchand. Die Stromwende zu mehr Solarenergie oder Strom aus zertifizierten Anlagen (Label naturemade) ist schon für wenige Franken im Monat zu haben, bezogen auf einen 4-Personen-Haushalt (zwei Erwachsenen und zwei Kinder) und einen Verbrauch von 3470 kWh / Jahr.

Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, EZW: Upgrade von ewz.natur (Standard: 78 % Wasser) auf ewz pronatur (100 % naturemade Star) monatlich 4 Franken/Monat.

BWK Energie: Upgrade von Energy Blue (Standard: 96 % Wasser, 4 % Erneuerbare) zu Energy Green (100 % Solar) 8 Franken/Monat.

Primeo Energie: Upgrade von Primeo Standard (83 % Wasser naturemade Basic, 9 % Erneuerbare naturemade Star) zu Primeo Grün (30 % Solar, 70 Wasser naturemade Star) 13 Franken/ Monat.

Centralschweizerische Kraftwerke CKW: Upgrade von ClassicStrom (Standard: 100 % Wasser) zu MeinRegioStrom (100 % Solar) 3 Franken/Monat

Repower AG: Acquapower (Standard: 100 % Wasser) zu Purepower (67 % Wasser, 28 % Solar naturemade star) 14 Franken/Monat.

Romand Energy: Upgrade von Terre Suisse (Standard, 100 % Wasser) zu Terre d’ici (50 % Solar) 5 Franken/Monat.

Aus «casanostra» 163

Cover von casanostra 163 | November 2021

Jetzt abonnieren:
Magazin «casanostra»

Die Autorin

Foto der Autorin Beatrice Jäggi

Beatrice Jäggi
mynewenergy.ch

Mehr Informationen

mynewenergy.ch

Ein Heizkostentest lohnt sich

Dank einfachen Massnahmen könnten in der Schweiz jährlich mehrere Hundert Millionen Franken an Heizkosten eingespart werden. Ein Heizkostentest lohnt sich deshalb. Ein einfaches Online-Tool zeigt das Sparpotenzial auf und gibt Tipps für einfache Massnahmen in Stockwerkeigentum und Mietliegenschaften.

Der Heizkostentest, an dessen Entwicklung auch Casafair beteiligt ist, ermöglicht den Vergleich der Heiznebenkosten der eigenen Wohngung mit dem Schweizer Durschnitt. Der Check richtet sich an Verwalterinnen und Besitzer von Mietliegenschaften oder Stockwerkeigentum (StoWe). Für den Test genügen die Angaben der letzten Heiznebenkostenabrechnung. Nebst dem Sparpotenzial zeigt der Heizkostentest einfache Sparmassnahmen für Stockwerkeigentümerinnen und Mieter auf. Ein Heizkostentest lohnt sich deshalb rasch.

Mit einfachen Tipps gegen zu hohe Heizkosten

Ein häufiger Streitpunkt bei Stockwerkeigentümer*innen ist der unterschiedliche Wärmebedarf. Was tun, wenn einer jeden Tag ein Vollbad nimmt und 24 Grad in der Wohnung braucht, während die Bewohnerin nebenan lediglich duscht und mit 20 Grad Raumtemperatur auskommt? «Da gibt es nur Eines: Den Warmwasser- und den Heizwärmeverbrauch separat messen», rät Alfons Schmid, der die Kampagne Heizkostentest bei Energie Zukunft Schweiz betreut. Mit einer solchen verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung (VHKA) zahlt jeder Wohnungsbesitzer für den eigenen Heiz- und Warmwasserverbrauch. Vorgehen: Antrag an der nächsten StoWe-Versammlung stellen.

Weitere Massnahmen zum Geld und Energie sparen sind zum Beispiel:

  • Wassersparende Armaturen mit Durchflussbegrenzern in Duschbrause und Wasserhähnen installieren.
  • Die Betriebsoptimierung des Heizsystems durch eine Fachperson. Die Erfahrung zeigt, dass bis zu einem Drittel aller thermischen Solaranlagen nicht richtig oder schlecht läuft. Das merkt häufig niemand, weil es ja immer schön warm in der Wohnung ist. Dafür sorgt die Gasheizung – auch wenn die Solaranlage nicht liefert. Auch eine Wärmepumpe kann falsch eingestellt sein.
  • Alte Umwälzpumpen ersetzen, da sie gegenüber neuen, effizienten Modellen ein Mehrfaches an Strom brauchen. Viele Umwälzpumpen laufen oft auf Volltouren; sie sollten aber nur bei Bedarf anspringen.
  • Verteilrohre in der Heizzentrale für Warmwasser und Heizung dämmen.
  • Serviceabo überprüfen ; eine Konkurrenzofferte einholen. Oft läuft ein überteuertes Abo über Jahre, ohne dass man sich darum kümmert.
  • Ersatz des stromfressenden Elektroboilers durch einen Wärmepumpenboiler ; damit lassen sich zwei Drittel Strom sparen.
  • Wenig benutzte Zimmer schliessen und die Raumtemperatur via Thermostat auf 18 Grad heruntersetzen. Neue smarte Thermostaten lassen sich sogar programmieren, sodass man während der Arbeitszeit ausser Haus die Wärme herunterschaltet.
  • Heizkörper nicht zustellen durch Möbel oder Vorhänge.
  • Zwei bis drei Mal am Tag Querlüften. Keine Fenster auf Kippstellung in der Heizsaison.
  • «Der Ersatz der Heizung sollte gut im Voraus geplant werden», rät Alfons Schmid, «vor allem wenn sie 15 Jahre und älter ist». Dazu gehört eine Vergleichsrechnung mit anderen Heizsystem, in der die Betriebs- und Energiekosten evaluiert werden. « Man sollte beizeiten Offerten einholen, sodass man bereit ist, wenn die Heizung aussteigt.» Dies sei umso interessanter, als die CO2-Abgabe jetzt laufend steigen werde. In der ganzen Schweiz wird der Wechsel von fossilen Heizungen zu solchen mit erneuerbarer Energie finanziell gefördert. Ölheizungen sind bereits nicht mehr die günstigste Variante, wenn man eine Vollkostenrechnung über zwanzig Jahre macht.

Der Winter kommt...

Die Tage werden kürzer, das Wetter kühler, die Blätter fallen. Der Winter kommt und mit ihm eine Reihe von wiederkehrenden Aufgaben und Fragen. Casafair hat für Sie nütztliche Ratgeber zum Winteranfang zusammengestellt.

Den Garten einwintern

Laubbläser: Das grosse Reinemachen?

Ein Heizkostentest lohnt sich

Keine Chance dem Schimmel

Die Solaranlage im Winter

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Schneeräumung im Wegrecht: Wer zahlt?

Solarstrom für Mieterschaft?

«Wir möchten auf unserer bestehenden Mietliegenschaft eine Photovoltaik-Anlage realisieren. Was ändert sich für die Mietenden?»

Der Solarstrom vom Dach ist günstiger als der Strom aus dem Netz. Mit dem Bau einer PV-Anlage werden Sie als BetreiberIn automatisch zum/zur StromproduzentIn. Sie dürfen den MieterInnen den Solarstrom verkaufen. Dazu muss ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) gegründet werden. Die Änderungen werden üblicherweise in einem Zusatz zum Mietvertrag und einem Rahmenvertrag vom Elektrizitätswerk formalisiert. Die Investition wird über die Laufzeit von 25 Jahren abgeschrieben und durch den Solarstromtarif amortisiert.

Was ändert sich für die Mieterschaft?

  • Mietende werden mit der Teilnahme am ZEV zum Solarstrombezug verpflichtet. Die Zugehörigkeit zum ZEV kann jedoch auch verweigert werden. Der Strom vom Dach darf nicht mehr als Strom aus dem Netz kosten. Die Revision der Energieverordnung (EnV) sieht zudem eine aufgeteilte Einsparung vor: Neu darf die Hälfte der Preisdifferenz zwischen dem mittleren Stromprodukt und dem eigenen Solarstrom verrechnet werden.
  • Die Stromrechnung kommt nicht mehr vom Elektrizitätswerk, sondern von der ZEV-Verwaltung. Dabei kommen zwei Varianten in Frage: a) Die Liegenschaftsverwaltung verrechnet den Strom via Nebenkosten oder b) ein externer Dienstleister fordert direkt ein. Die Aufwände für die Verwaltung sind im Strompreis integriert. Bei den meisten Lösungen ist die Abrechnung viel transparenter als bisher und oft wird eine Visualisierung der Stromflüsse via App angeboten.
  • Gemeinsam kann nur noch ein Produkt aus dem Netz bezogen werden, da gegenüber dem Verteilnetzbetreiber nur noch ein Anschluss vorhanden ist. Grundsätzlich muss die Mitbestimmung bei allfälligen Änderungen des externen Stromprodukts gewährleistet sein.

Fazit: Die MieterInnen zahlen weniger für qualitativ höheren Strom. Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten und zudem freut es die Umwelt!

Der Autor

Amadeus Wittwer
Amadeus Wittwer
Geschäftsleiter Energie Genossenschaft Schweiz

Cool bleiben, wenn draussen die Sonne brennt

Heisse Sommer sind häufiger geworden, intensiver und länger. Dicht besiedelte Gebiete sind dabei stärker betroffen, weil sich hier die Hitze staut. Eine Broschüre des BFE zeigt auf, wie Wohnungen und Arbeitsplätze einfach und stromsparend vor Wärme geschützt werden können.

Der Klimawandel stellt die Gesellschaft vor eine neue Situation. Sie muss lernen, die Hitze im Alltag zu integrieren – privat und am Arbeitsplatz. Dabei geht es nicht nur um die Gesundheit. Ein heisser Sommer bleibt auch wirtschaftlich nicht ohne Folgen; er kostete 2015 zwei Milliarden Franken, weil weniger produktiv gearbeitet wurde. Abhilfe schaffen einfache Massnahmen, die rasch Linderung bringen – ohne Geräte.

Vorkehrungen treffen

Der Schutz vor der Hitze beginnt bereits früh am Morgen. Noch bevor die Sonnenstrahlung an die Hausfassade knallt, müssen aussenliegende Lamellenstoren, Rollläden und Markisen heruntergelassen werden. Sonnenschirme auf Balkonen verhindern, dass sich der Beton erhitzt und abstrahlt. Wird vorgängig beim Lüften noch kühle Morgenluft ins Haus geleitet, so kann viel Morgenfrische in den Wohn- und Büroräumen zurückbehalten werden. Die zentrale Frage ist: Wer macht die Frühschicht und den «Storendienst», wenn die Sonne schon vor 7 Uhr ans Haus strahlt? Ganz klar: Büroteams müssen sich absprechen, wer am Morgen das Querlüften und die Beschattung besorgt.

Arbeiten in der Früh und Siesta über Mittag

Insbesondere am Arbeitsplatz kann Hitze sehr belastend für den Körper sein. Mit der Wahl der Kleidung kann der Raumaufenthalt angenehm gestaltet werden. Wer es sich erlauben kann, soll im Büro zu leichter Kleidung wie Shorts oder Kurzärmel-Shirts wechseln. Und natürlich soll man viel Wasser trinken und leicht essen. Zum Schutz vor unnötiger Wärme wird empfohlen, Licht, Geräte und Apparate auszuschalten, wenn sie nicht benötigt werden. Aber auch auf organisatorisch-betrieblicher Ebene lassen sich Massnahmen gegen die Hitze treffen: Man verlegt die Arbeitszeiten auf den frühen Morgen, verlängert die Pause über den Mittag und sucht am Nachmittag kühle Orte im Haus zum Arbeiten.

Klimageräte sind Stromfresser

«Viele Büro- und Gewerberäume liegen in dichtgebauten Städten – mit wenig Vegetation, dafür viel Asphalt und Beton», stellt Co-Autorin Michèle Bättig von Standpunkt 21 fest. Darum seien hier Massnahmen gegen die Hitze besonders wichtig. Der Sommer 2018 hat gezeigt, dass die Menschen überstürzt mit dem Kauf von mobilen Klimageräten reagieren. Solche Panikkäufe sind trügerisch, denn die meisten Geräte verbrauchen erstens sehr viel Strom, und zweitens sind sie äusserst ineffizient: Mit der vermeintlichen Kühle ist es nicht weit her, denn die Abwärme des Raums muss über einen Schlauch nach draussen geleitet werden – wobei gleichzeitig (warme!) Aussenluft hereinströmt. Damit verpufft der Kühleffekt weitgehend. Fest installierte Split-Klimageräte sind wirksamer, aber viel teurer. Dabei ist das Kühlaggregat fix an der Aussermauer angebracht; Abwärme und Lärm bleiben draussen.

Ventilatoren – einfach und effizient

«Ventilatoren verbrauchen viel weniger Energie als Kühlgeräte», sagt Co-Autor Eric Bush von Topten, «nämlich gerade mal 30 Watt, während es bei Klimageräten 1000 Watt sind.» Und sie sind auch bedeutend billiger. Ein Ventilator bewegt die Raumluft mechanisch; der Luftstrom kühlt angenehm und verhindert eine Schichtung der Luft. Besonders effizient sind auch fest installierte Deckenventilatoren mit grossen Flügeln; sie drehen langsam und machen kaum Lärm. Und sie sind nicht einmal teuer. Mobile Modelle für auf den Tisch oder in Ständerausführung haben meist Stufenschaltung und Schwenkfunktion.

Der Autor

Stefan Hartmann

Stefan Hartmann
Journalist BR

/wordpress/wp-content/uploads/broschuere-cool-bleiben.png

Die neue Broschüre des Bundesamtes für Energie «COOL BLEIBEN. Wärmeschutz von Büro- und Gewerberäumen» beschreibt und zeigt einfach umsetzbare Kühlmassnahmen.

Infrarotheizungen: Der falsche Weg

In Schweizer Haushalten stehen fast eine Viertelmillion Elektroheizungen. Sie gehören zu den grössten Stromfressern im Land. Nun sollen alte Elektroheizungen durch Infrarotheizungen ersetzt werden.

Die etwa 240 000 Elektroheizungen in Schweizer Haushalten vergeuden 2,8 Milliarden Kilowattstunden Strom – das entspricht ungefähr der Jahresproduktion des AKWs Mühleberg. In den Monaten November bis Februar absorbieren die Elektroheizungen rund die Hälfte der gesamten Schweizer AKW-Kapazität oder fast einen Fünftel des gesamten Landesstromverbrauchs. Dabei beheizen die Elektroheizungen nur knapp sieben Prozent aller Schweizer Wohnungen. «Diese ineffiziente Technologie verschwendet hochwertigen Strom zur Produktion der niederwertigen Energieform Wärme wie Raumwärme oder Warmwasser», kritisiert Jürg Buri von der Energiestiftung Schweiz SES. «Wenn wir Elektroheizungen mit Pelletsheizungen oder Erdwärmepumpen ersetzten, könnten wir uns ein AKW sparen.»

Werbung