«Ich plane, meine Liegenschaft zu verkaufen. Wie gehe ich am sinnvollsten vor, um einen angemessenen Verkaufswert zu ermitteln?»
Ein häufiges Problem, dem wir in unserem Berufsalltag begegnen, sind zu hohe Preisvorstellungen der Eigentümer*innen. Meist resultieren diese aus unzulänglichen Vergleichen oder falschen Vorstellungen.
Ein Vergleich von Internetinseraten ist aufgrund der hohen Intransparenz des Marktes nicht möglich: Erstens sind auf Internetplattformen wie Comparis und Co. ausschliesslich Angebotspreise ersichtlich, die sich oft erheblich von den effektiv erzielten Verkaufspreisen unter- scheiden und zweitens stehen vielfach nicht alle benötigten Objekteigenschaften zu Verfügung. Ähnliches gilt auch für den Vergleich mit Objekten aus der Nachbarschaft. Ausserdem liefern aus verschiedenen Gründen weder Gebäudeversicherungs- noch Steuerwert den Marktwert einer Immobilie. Erfahrungsgemäss gehen Verkäufer bei der Preisfindung oft von dem aus, was sie gerne für ihre Liegenschaft haben möchten und nicht von dem, was realistischerweise erzielt werden kann. So wird ab und an versucht, Eigenkapitallücken dadurch zu schliessen, dass der Verkaufspreis der alten Liegenschaft auf das Niveau der neuen, teureren Wunschimmobilie angehoben wird. Eine weitere Hürde ist die häufig fehlende Objektivität, die sich entweder aus einer emotionalen Bindung oder einem Verdrängen ergibt, welches sich in den vielen Jahren des Wohnens naturgemäss ergeben kann. Eine Drittperson in Gestalt eines erfahrenen Schätzers kann hier Abhilfe schaffen. Eine Bewertung schützt zudem vor einem Verkauf unter dem Marktwert. Bewertet werden sollte ausschliesslich mit Besichtigung, stets mit der passenden Methode und nur durch eine erfahrene Fachperson
Eric Villiger
Immobilienbewerter CAS, Betr.-oec. FH, eidg. dipl. Finanzplanungsexperte, ReVe Immobilien AG, Wildegg
Aus «casanostra» 159


