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Selbstbestimmt bis ins hohe Alter: Zürichs neue Altersstrategie

       

  Do., 03.09.2020

Die Stadt Zürich unterstützt ältere Menschen, damit diese möglichst lange selbstbestimmt und nach ihren individuellen Bedürfnissen leben können. Das städtische Angebot für alte Menschen wird sich dabei viel stärker als heute an der Vielfalt der Bevölkerung orientieren und es wird mehr und vor allem unterschiedliche Wohn- und Pflegeformen geben. Es wird grundsätzlich vielfältiger und durchlässiger und soll auch in Zukunft neue gesellschaftliche Entwicklungen möglichst flexibel aufnehmen können. Stadtrat Andreas Hauri, Vater der Altersstrategie, erläutert das Modell Zürich.

Zürich ist bereits heute eine altersfreundliche Stadt. Mit 2000 Alterswohnungen, 24 städtischen Alterszentren, 1600 Plätzen in Pflegezentren, Spitex-Diensten, verschiedenen Beratungsstellen und zahlreichen gemeinnützigen und privaten Angeboten ist Zürich gut aufgestellt. Aber die Gesellschaft und die Bedürfnisse der kommenden Generationen verändern sich und es braucht neue Lösungen. Die Vertreterinnen und Vertreter der geburtenstarken Jahrgänge kommen ins Alter. Sie gehen neue Wege, stellen Traditionelles stärker in Frage und haben andere Erwartungen und Ansprüche. Deshalb hat die Stadt Zürich entschieden, die bestehende Altersstrategie zu überarbeiten.

Basierend auf den Ergebnissen eines breiten Mitwirkungsprozesses, an dem sich die Bevölkerung, Akteurinnen und Akteure der Altersarbeit, Verbände, Interessensgruppen, Forschung, Verwaltung und Politik beteiligten konnten, und unter Berücksichtigung aktueller Trends und Herausforderunge definierte die Stadt Zürich die «Altersstrategie 2035».

Die Stadt Zürich will mit der neuen Altersstrategie bestmögliche Rahmenbedingungen für das Leben im Alter schaffen. Dazu gehört einerseits, neue Ideen auszuprobieren, andererseits, das Bewährte weiter zu stärken. Die «Altersstrategie 2035» identifiziert vier Handlungsfelder:

Wichtige Anliegen für die Umsetzung sind, bestehende Lücken im Finanzierungssystem zu minimieren, die Diversität der Bevölkerung zu berücksichtigen und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

So lange wie möglich im vertrauten Umfeld wohnen

Damit ältere Menschen künftig noch länger im vertrauten Umfeld bleiben können, wird die Stadt Zürich mehr altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die Angebotsvielfalt für unterschiedliche Lebensformen im Alter soll dabei erhöht werden. Parallel dazu werden die ambulanten Dienste (z. B. Spitex) gestärkt. Alterszentren in der heutigen Form werden von der Stadt nicht mehr geplant und gebaut. Hier wird ein Teil der bestehenden Pflegebetten in den nächsten Jahren in neue Angebote des «Wohnens mit Betreuung» umgewandelt. Für Menschen mit hohem Pflegebedarf stehen weiterhin genügend stationäre Angebote zur Verfügung.

Das neue städtische Wohn-, Pflege- und Betreuungsmodell

Das Angebot der städtischen Alters- und Pflegezentren sowie der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich wird künftig vielfältiger, durchlässiger, vernetzter und orientiert sich stärker am Bedarf in den Quartieren. Das neue städtische Wohn-, Pflege- und Betreuungsmodell beinhaltet im Kern ein Gesundheitszentrum mit einem integrierten und abgestuften Angebot sowohl für Menschen im 4. Lebensalter, die Wert auf vermehrte Sicherheit und soziale Kontakte legen, als auch für fragile und pflegebedürftige alte Menschen. Es dient als Treffpunkt mit verschiedenen
Angeboten für das Quartier.

Zudem sind altersdurchmischte und gemeinschaftliche Wohnkonzepte vorgesehen. Dort sollen Wohnformen wie Alters-WG, Clusterwohnungen oder weitere spezifische Angebote für LGBT, Migrationsbevölkerung oder Gemeinschaften mit gleichen Interessen gefördert werden. Bei künftigen Neubauoder Sanierungsprojekten werden bestehende private und gemeinnützige Angebote von den städtischen Altersinstitutionen in der Planung berücksichtigt und deren Angebote ergänzen.

Onlineplattform und Anlaufstellen im Quartier

In der Stadt Zürich gibt es für alte Menschen eine Vielzahl an Angeboten. Oft ist es schwierig, passende Dienstleistungen schnell und unkompliziert zu finden. Für ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter müssen die bestehenden Informationsmöglichkeiten und Angebote einfacher zugänglich sein. Vor allem sollen auch schwer erreichbare Personen wie etwa gebrechliche und kranke Menschen, die zu Hause leben, Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung oder Personen, die mit sprachlichen Barrieren zu kämpfen haben, von den Angeboten erfahren und profitieren können.

Die städtischen, gemeinnützigen und privaten Angebote sollen künftig via eine digitale Plattform und eine zentrale Fachstelle für alle Altersfragen besser gebündelt und vernetzt werden. Die Angebote sollen zu den Menschen kommen und nicht umgekehrt. Deshalb sollen auch Anlaufstellen für alte Menschen in den Quartieren entstehen.

Konkrete Anstösse für die Gestaltung

des öffentlichen Raums Selbstbestimmung heisst, sich auch frei im öffentlichen Raum bewegen zu können. Der Stadtraum soll noch besser auf die Herausforderungen ausgerichtet werden, denen ältere Menschen im Alltag begegnen. Neben dem weiteren hindernisfreien Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und der Haltestellen wird die Situation für die Fussgängerinnen und Fussgänger verbessert. Zum Beispiel mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten, welche die Möglichkeit bieten, sich auszuruhen.

Engagement stärken

Da ältere Menschen selber die besten Expertinnen und Experten für ein altersfreundliches Zürich sind, sollen sie stärker in die Planungs- und Gestaltungsprozesse einbezogen werden.

Andreas Hauri
Stadtrat Zürich

Aus «casanostra» 157

casanostra 157 - September 2020

Mehr zur Altersstrategie der Stadt Zürich erfahren Sie auf der Webseite www.stadt-zuerich.ch/altersstrategie. Neben der Publikation der Strategie finden Sie dort einen konkreten Massnahmenplan sowie verschiedene Erklärvideos zu den einzelnen Handlungsfeldern.

Alter

Die casanostra-Serie «Wohnen im Alter» wird mit Beiträgen und Lösungsansätzen aus weiteren Perspektiven fortgesetzt. Die Beiträge sind auch online abrufbar.

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