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«Auf Wunsch mei­ner Mie­te­rin habe ich einen älte­ren Dusch­schlauch ersetzt. Zudem musste im Schlaf­zim­mer eine defekte Store repa­riert wer­den. Die Kos­ten dafür betra­gen Fr. 250. – . Kann ich diese Kos­ten an meine Mie­te­rin weiterverrechnen?»

Der Unter­halt des Miet­ob­jekts ist grund­sätz­lich Sache der Vermieter*innen. Gemäss Gesetz ist die Mie­ter­schaft jedoch ver­pflich­tet, kleine, für den gewöhn­li­chen Unter­halt erfor­der­li­che Rei­ni­gun­gen oder Aus­bes­se­run­gen auf eigene Kos­ten zu beheben.

Wei­tere Anga­ben dazu macht das Gesetz nicht. Als klei­ner Unter­halt gel­ten Arbei­ten, die von den Mieter*innen ohne grös­se­ren per­sön­li­chen oder finan­zi­el­len Auf­wand erle­digt wer­den kön­nen. Viele Miet­ver­trags­for­mu­lare defi­nie­ren die Unter­halts­pflicht der Mie­ter­schat: Ent­we­der wer­den kon­krete Aus­bes­se­rungs­ar­bei­ten auf­ge­lis­tet oder über einen Fran­ken­höchst­be­trag oder einen Pro­zent­satz des Jah­res­miet­zin­ses zulas­ten der Mie­ter­schaft definiert.Solche ver­trag­li­chen Rege­lun­gen sind umstrit­ten. Seit eini­gen Jah­ren setzt sich in der Recht­spre­chung fol­gende Dif­fe­ren­zie­rung durch: Der kleine Unter­halt geht auf Kos­ten der Mie­ter­schaft, wäh­rend für die Unter­halts­pflicht die Vermieter*innen zustän­dig sind. Dabei sind nicht die Kos­ten mass­ge­bend, son­dern die Frage, ob die Repa­ra­tur durch eine Fach­per­son aus­ge­führt wer­den muss oder ob ein Durch­schnitts­mie­ter dazu sel­ber in der Lage ist. Die Kos­ten für den Ersatz des Dusch­schlauchs kön­nen somit der Mie­te­rin über­tra­gen wer­den, wäh­rend die Rech­nung für die Repa­ra­tur der Store der Ver­mie­ter über­neh­men muss. Zulas­ten der Mie­ter geht auch der Ersatz von Leucht­mit­teln, Dich­tun­gen an Häh­nen oder Abzugsfiltern.

Die Autorin

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Bar­bara Müh­lestein
Casafair-Bera­te­rin, Immobilien-Dienstleistungen

Aus «casanostra» 158

casanostra 158 - Dezember 2020

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