Erstmals steigt der Referenzzins für Hypotheken – Casafair

Schliessen

Casafair Logo

Erst­mals steigt der Referenz­zins für Hypotheken

, ,

, ,

Di, 14.02.2023

Dass der Referenz­zins­satz für Hypo­the­ken ansteigt, ist klar, die Frage ist, wann dies sein wird. Und bedeu­tet dies einen Anstieg der Mieten?

Seit sei­ner Ein­füh­rung 2008 ist der hypo­the­ka­ri­sche Referenz­zins­satz stets gesun­ken und ver­harrt seit dem 3.März 2020 bei 1,25%. Doch für 2023 ist die Trend­wende in Sicht. Wäh­rend die UBS bereits für das nächste Quar­tal, also ab März, einen Zins­an­stieg vor­her­sagt, hält etwa die Cre­dit Suisse einen ers­ten Erhö­hungs­schritt anfangs Juni für wahrscheinlicher.

So oder so: Der Referenz­zins wird steigen.«Sollten sich also im letz­ten Quar­tal 2022 die Hypo­the­ken mas­siv nach oben ver­än­dert haben, so könnte sich eine Ver­än­de­rung des Refe­renz­zin­ses per 1.3.2023 erge­ben. Aller­dings haben sich die Hypo­the­kar­märkte gegen Ende Jahr wie­der leicht erholt, sodass eine mini­male Ent­span­nung statt­ge­fun­den hat und ein Anstieg des Refe­renz­zin­ses allen­falls erst auf den 1. Juni 2023 statt­fin­det» kom­men­tiert Karin Weis­sen­ber­ger, Lei­te­rin des Bera­tungs­teams bei Casafair Schweiz, die aktu­elle Entwicklung.

Der Referenz­zins berech­net sich aus dem Durch­schnitt der Hypo­the­kar­zin­sen am Stich­tag und wird vom Bun­des­amt für Woh­nungs­we­sen (BWO) vier­tel­jähr­lich aktua­li­siert, die nächste Publi­ka­tion ist am 1.März. Damit eine Erhö­hung um ein Vier­tel­pro­zent, also auf 1,5% wahr­schein­lich wird, müsste der Durch­schnitts­satz aller in der Schweiz lau­fen­den und neu abge­schlos­se­nen Hypo­the­ken auf über 1,375% steigen.

Ände­run­gen beim Referenz­zins­satz ber­gen die Mög­lich­keit für Mietz­ins­an­pas­sun­gen. Nicht in jedem Fall kommt es zu einer Ände­rung. Dar­auf­hin weist auch Karin Weis­sen­ber­ger hin: «Haben die Eigentümer*innen in der Ver­gan­gen­heit sämt­li­che Sen­kun­gen wei­ter­ge­ge­ben, so kön­nen sie den Miet­zins auf den nächst­mög­li­chen Kün­di­gungs­ter­min um drei Pro­zent anhe­ben. Jedes Miet­ver­hält­nis ist jedoch indi­vi­du­ell zu prüfen.»

Ob Anspruch auf eine Miet­zins­ver­än­de­rung besteht, hängt nicht von den zu bezah­len­den Hypo­the­kar­zin­sen ab. Mass­ge­bend ist ein­zig der Referenz­zins­satz, der beim Abschluss des Miet­ver­tra­ges oder bei der letz­ten Anpas­sung des Miet­zin­ses gegol­ten hat. Auch ist der Zeit­punkt für eine Mietz­ins­an­pas­sung noch nicht klar: «Da die Zins­ent­wick­lun­gen im nächs­ten hal­ben Jahr noch etwas unklar sind, wäre allen­falls auch das zweite Quar­tal 2023 abzu­war­ten. Eine Ver­än­de­rung würde per 1. Juni 2023 ange­kün­digt, was den Eigentümer*innen immer noch erlaubt, allen­falls eine Anpas­sung auf den1. Okto­ber 2023 vor­zu­neh­men, wo dies nötig ist», so Weissenberger.

Casafair rät allen Vermieter*innen zu einer Miet­zins­be­rech­nung anhand der effek­ti­ven Kos­ten. Mit der kos­ten­de­cken­den Miete, wel­che auf den Net­to­miet­zins abstützt, sind neben den Kapi­tal­kos­ten auch Unter­halts- und Instand­hal­tungs­kos­ten einkalkuliert.

Aus «casanostra» 169

Der Autor

Nadim Cham­mas
Redak­tor «casanostra»

Werbung