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Tipps für den Umgang mit der Ener­gie­knapp­heit: Merk­blatt für Vermieter*innen

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Do, 25.08.2022

Ener­gie­knapp­heit: Stei­gende Ener­gie­preise und eine unsi­chere Ent­wick­lung belas­ten die Haus­halte und führen zu Planungs­schwierigkeiten beim Bud­ge­tie­ren der zukünftigen Neben­kos­ten. Die Ver­rech­nung der Neben­kos­ten geschieht dabei unter­schied­lich – in den meis­ten Fällen mit­tels Ver­rech­nung der effek­ti­ven Kos­ten mit­tels detail­lier­ter Neben­kos­ten­ab­rech­nung oder über Pauschalbeträge. Sind die Neben­kos­ten im Miet­zins inklu­diert, emp­feh­len wir eine Bera­tung durch eine Fach­per­son. Unsere Tipps für Vermieter*innen sol­len ihnen hel­fen, die Haus­ge­mein­schaft auf die Ener­gie­knapp­heit vorzubereiten. 

Bezahlt die Mie­ter­schaft die Neben­kos­ten mit Neben­kos­ten­pau­scha­len gemäss Art. 4 VMWG, trägt die Ver­mie­ter­schaft das Risiko für Preis­schwan­kun­gen allein. In die­sem Fall sind die Mehr­kos­ten der Ener­gie­preis-Erhö­hun­gen von der Ver­mie­ter­schaft zu tra­gen. Die Pau­schale berech­net sich anhand der Durch­schnitts­werte der ver­gan­ge­nen drei Jahre – die gestie­ge­nen Preise kön­nen somit auch bei einer Erhö­hung der Pau­schal­be­träge erst mit einer Ver­zö­ge­rung und auch nicht rück­wir­kend wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Für diese ein­sei­tige Ver­trags­än­de­rung ist das amt­li­che For­mu­lar vor­ge­schrie­ben, die Ände­rung muss auf den nächs­ten Kün­di­gungs­ter­min kom­mu­ni­ziert wer­den. Der Mie­ter­schaft steht ihrer­seits das Recht auf Anfech­tung offen. Casafair emp­fiehlt einen Wech­sel des Modells mit Pau­scha­len zu einer Abrech­nung nach effek­ti­ven Neben­kos­ten mit Akontozahlungen.

Dabei bezahlt die Mie­ter­schaft die effek­ti­ven Neben­kos­ten und leis­tet dafür monat­lich eine Akon­to­zah­lung, die Vermieter*innen erstel­len eine jähr­li­che Neben­kos­ten­ab­rech­nung. Wem das zu kom­pli­ziert ist, kann diese Auf­gabe auch bei unse­ren Fach­per­so­nen aus dem Bera­tungs­netz­werk in Auf­trag geben – wir bera­ten Sie gerne.

Beim Modell mit Akon­to­zah­lun­gen zeich­net sich ab, dass Ende der Heiz­pe­ri­ode hap­pige Nach­zah­lun­gen fäl­lig wer­den. Darum sol­len Vermieter*innen jetzt die Höhe der künf­ti­gen Neben­kos­ten über­prü­fen und die Akon­to­zah­lun­gen wo nötig anpas­sen. Am ein­fachs­ten geht es, wenn die Mie­ter­schaft die Akon­to­zah­lun­gen frei­wil­lig erhöht. Dafür genügt es, mit einem ein­fa­chen Schrei­ben (inklu­sive Talon) der Mie­ter­schaft anzu­bie­ten, dass Sie ab einem bestimm­ten Datum eine frei wähl­bare oder fix vor­ge­schla­gene höhere monat­li­che Akon­to­zah­lung leis­ten kön­nen. Die Ver­mie­ter­schaft kann die Akon­to­zah­lung auch von sich aus als ein­sei­tige Ver­trags­än­de­rung anpas­sen, dies ist mit dem amt­li­chen For­mu­lar auf den nächs­ten Kün­di­gungs­ter­min möglich.

Casafair emp­fiehlt, in jedem Fall aktiv und früh­zei­tig auf die Mie­ter­schaft zuzu­ge­hen und trans­pa­rent über die Ent­wick­lung der Neben­kos­ten zu ori­en­tie­ren. Wenn ein Ersatz der fos­si­len Hei­zung geplant ist, wird eine vor­über­ge­hende Erhö­hung der Neben­kos­ten wegen stei­gen­den Prei­sen für fos­sile Heiz­ener­gie von der Ver­mie­ter­schaft auch eher akzeptiert.

Wei­tere Tipps für Vermieter*innen zur Energieknappheit:

  • Auf­merk­sam­keit schaf­fen: Mieter*innen regel­mäs­sig auf Spar­mög­lich­kei­ten auf­merk­sam machen.
  • Ener­gie­ma­nage­ment: Kon­trolle und regel­mäs­sige Infor­ma­tion zu den Spar­er­fol­gen an die Mieter*innen; das schafft Ver­trauen und Unterstützung.
  • Ver­brauchs­ab­hän­gige Heiz­kos­ten- und Was­ser­ab­rech­nung ein­füh­ren, wo das mit ver­tret­ba­rem Auf­wand mög­lich ist.
  • Früh­zei­tig den Kon­takt zu den Mieter*innen suchen, wenn sich eine Erhö­hung der Neben­kos­ten abzeichnet.
  • Im Zwei­fels­fall: Las­sen Sie Ihre Miet­ver­träge durch eine Fach­per­son über­prü­fen, ob diese der aktu­el­len Recht­spre­chung entsprechen.

Der Autor

Nadim Cham­mas
Redak­tor «casanostra»

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