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Cool blei­ben, wenn draus­sen die Sonne brennt

Ener­gie & Umwelt

Ener­gie, Kauf, Licht

Sa, 01.06.2019

Heisse Som­mer sind häu­fi­ger gewor­den, inten­si­ver und län­ger. Dicht besie­delte Gebiete sind dabei stär­ker betrof­fen, weil sich hier die Hitze staut. Eine Bro­schüre des BFE zeigt auf, wie Woh­nun­gen und Arbeits­plätze ein­fach und strom­spa­rend vor Wärme geschützt wer­den kön­nen.

Der Kli­ma­wan­del stellt die Gesell­schaft vor eine neue Situa­tion. Sie muss ler­nen, die Hitze im All­tag zu inte­grie­ren – pri­vat und am Arbeits­platz. Dabei geht es nicht nur um die Gesund­heit. Ein heis­ser Som­mer bleibt auch wirt­schaft­lich nicht ohne Fol­gen; er kos­tete 2015 zwei Mil­li­ar­den Fran­ken, weil weni­ger pro­duk­tiv gear­bei­tet wurde. Abhilfe schaf­fen ein­fa­che Mass­nah­men, die rasch Lin­de­rung brin­gen – ohne Geräte.

Vor­keh­run­gen tref­fen

Der Schutz vor der Hitze beginnt bereits früh am Mor­gen. Noch bevor die Son­nen­strah­lung an die Haus­fas­sade knallt, müs­sen aus­sen­lie­gende Lamel­lensto­ren, Roll­lä­den und Mar­ki­sen her­un­ter­ge­las­sen wer­den. Son­nen­schirme auf Bal­ko­nen ver­hin­dern, dass sich der Beton erhitzt und abstrahlt. Wird vor­gän­gig beim Lüf­ten noch kühle Mor­gen­luft ins Haus gelei­tet, so kann viel Mor­gen­fri­sche in den Wohn- und Büro­räu­men zurück­be­hal­ten wer­den. Die zen­trale Frage ist: Wer macht die Früh­schicht und den «Storen­dienst», wenn die Sonne schon vor 7 Uhr ans Haus strahlt? Ganz klar: Büro­teams müs­sen sich abspre­chen, wer am Mor­gen das Quer­lüf­ten und die Beschat­tung besorgt.

Arbei­ten in der Früh und Siesta über Mit­tag

Ins­be­son­dere am Arbeits­platz kann Hitze sehr belas­tend für den Kör­per sein. Mit der Wahl der Klei­dung kann der Raum­auf­ent­halt ange­nehm gestal­tet wer­den. Wer es sich erlau­ben kann, soll im Büro zu leich­ter Klei­dung wie Shorts oder Kurz­är­mel-Shirts wech­seln. Und natür­lich soll man viel Was­ser trin­ken und leicht essen. Zum Schutz vor unnö­ti­ger Wärme wird emp­foh­len, Licht, Geräte und Appa­rate aus­zu­schal­ten, wenn sie nicht benö­tigt wer­den. Aber auch auf orga­ni­sa­to­risch-betrieb­li­cher Ebene las­sen sich Mass­nah­men gegen die Hitze tref­fen: Man ver­legt die Arbeits­zei­ten auf den frü­hen Mor­gen, ver­län­gert die Pause über den Mit­tag und sucht am Nach­mit­tag kühle Orte im Haus zum Arbei­ten.

Kli­ma­ge­räte sind Strom­fres­ser

«Viele Büro- und Gewer­be­räume lie­gen in dicht­ge­bau­ten Städ­ten – mit wenig Vege­ta­tion, dafür viel Asphalt und Beton», stellt Co-Autorin Michèle Bät­tig von Stand­punkt 21 fest. Darum seien hier Mass­nah­men gegen die Hitze beson­ders wich­tig. Der Som­mer 2018 hat gezeigt, dass die Men­schen über­stürzt mit dem Kauf von mobi­len Kli­ma­ge­rä­ten reagie­ren. Sol­che Panik­käufe sind trü­ge­risch, denn die meis­ten Geräte ver­brau­chen ers­tens sehr viel Strom, und zwei­tens sind sie äus­serst inef­fi­zi­ent: Mit der ver­meint­li­chen Kühle ist es nicht weit her, denn die Abwärme des Raums muss über einen Schlauch nach draus­sen gelei­tet wer­den – wobei gleich­zei­tig (warme!) Aus­sen­luft her­ein­strömt. Damit ver­pufft der Kühl­ef­fekt weit­ge­hend. Fest instal­lierte Split-Kli­ma­ge­räte sind wirk­sa­mer, aber viel teu­rer. Dabei ist das Kühl­ag­gre­gat fix an der Aus­ser­mauer ange­bracht; Abwärme und Lärm blei­ben draus­sen.

Ven­ti­la­to­ren – ein­fach und effi­zi­ent

«Ven­ti­la­to­ren ver­brau­chen viel weni­ger Ener­gie als Kühl­ge­räte», sagt Co-Autor Eric Bush von Top­ten, «näm­lich gerade mal 30 Watt, wäh­rend es bei Kli­ma­ge­rä­ten 1000 Watt sind.» Und sie sind auch bedeu­tend bil­li­ger. Ein Ven­ti­la­tor bewegt die Raum­luft mecha­nisch; der Luft­strom kühlt ange­nehm und ver­hin­dert eine Schich­tung der Luft. Beson­ders effi­zi­ent sind auch fest instal­lierte Decken­ven­ti­la­to­ren mit gros­sen Flü­geln; sie dre­hen lang­sam und machen kaum Lärm. Und sie sind nicht ein­mal teuer. Mobile Modelle für auf den Tisch oder in Stän­der­aus­füh­rung haben meist Stu­fen­schal­tung und Schwenk­funk­tion.

Der Autor

Stefan Hartmann

Ste­fan Hart­mann
Jour­na­list BR

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Die neue Bro­schüre des Bun­des­am­tes für Ener­gie «COOL BLEIBEN. Wär­me­schutz von Büro- und Gewer­be­räu­men» beschreibt und zeigt ein­fach umsetz­bare Kühl­mass­nah­men.

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