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Am 6. November 2023 ist Luzius Theiler 83-jährig in Bern verstorben. Er gilt als der eigentliche Vater von Casafair, vormals Hausverein. Während fast zwei Jahrzehnten war er das Sprachrohr und das wichtigste Gesicht des Verbands.

Luzius Theiler hatte sich politisch dem Kampf gegen den «grassierenden Wildwuchs am Bodenmarkt» verschrieben. Die von ihm mitlancierte «Stadt-Land-Initiative gegen die Bodenspekulation» wurde insbesondere aus Kreisen der Hauseigentümerverbands heftig angegriffen – als «unschweizerisch und zersetzend» apostrophiert. Hildegard Fässler, langjährige Hausvereins-Präsidentin, sieht hier das grosse Verdienst von Luzius: «Nach der Ablehnung der Initiative hat er nicht einfach aufgegeben, vielmehr wollte er den Befürwortenden eine Stimme geben. Dies war sein Anstoss, den «Hausverein» aus der Taufe zu heben.»

Am 19. März 1988 fand sich Luzius mit einer kleine Schar Leute im Restaurant Bären im bernischen Frieswil ein. An diesem Samstag gründeten sie den «Verein für sozial- und umweltbewusste Hausbesitzende» – mit gerade mal genug Leuten, um die nötigen Posten eines Vereins zu besetzen.

Triebfeder und Zentrum

Luzius führte während vielen Jahren die Geschicke dieses jungen Verbands und seine Wohnung an der Berner Münstergasse war das Zentrum des Hausvereins. Hier fanden während Jahren die Vorstandssitzungen statt, die immer mit einem Teller Spaghetti und einem Glas Roten abgeschlossen wurden. «Natürlich stand Luzius nicht alleine für den Hausverein», erinnert sich Michael Wohlgemuth, Mitglied des Zentralvorstands, an diese Zeit, «aber er war jahrelang der eigentliche Kern der Organisation. Ohne sein Herzblut und seine Beharrlichkeit – manche würden sagen Sturheit – hätte der Hausverein wohl nicht lange Bestand gehabt.»

Die Opposition war Luzius mehr oder weniger in den Charakter geschrieben, er vertrat seine Prinzipien hartnäckig und er wollte überzeugen. Wenn deshalb die Ansichten im Vorstand mitunter auseinandergingen und es bei den Mitstreitenden heisse Köpfe gab, liess sich Luzius davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Niederlagen konnte er stoisch wegwedeln und es lag ihm fern, nachtragend zu sein.

Genau so hat ihn auch Jürg Wittwer, langjähriger Geschäftsleiter des Hausvereins, kennengelernt: «Zum ersten Mal bin ich Luzius an der Delegiertenversammlung in Zürich 2006 begegnet. Er hat damals drei oder vier Anträge gestellt, die chancenlos waren, fast keine Stimmen erhielten. Das hat ihn überhaupt nicht genervt oder geärgert. Er hat seine Niederlage einfach so akzeptiert und ist weiter seinen Weg gegangen.»

Grosse Fussstapfen

Als Gründerfigur war Luzius stark in den durchgehend ehrenamtlichen und organisch gewachsenen Strukturen des Verbands verwurzelt. Als sich der Hausverein in den 2000er-Jahren Richtung Professionalisierung entwickelte, tat er sich anfangs schwer damit. Gleichwohl hielt er dem Verband die Treue und engagierte sich noch jahrelang als Immobilien-Berater und als Geschäftsleiter der Sektion Bern.

Luzius hat bei Casafair grosse Fussstapfen hinterlassen. Er beeinflusste mit seinen politischen Anliegen wie Kampf gegen die Bodenspekulation, Erhalt von Bausubstanz, faire Regelung der Mietverhältnisse und ökologische Steuerreform sehr stark die Ausrichtung des Verbands. Dieses Vermächtnis prägt auch heute noch ganz wesentlich das Tun und die Werte unseres Verbands.

Dankeschön!

Neben all seinem prägenden Wirken bleibt uns Luzius auch als liebenswürdiger, toleranter und humorvoller Mensch und Gesprächspartner in bester Erinnerung.

Luzius, wir danken Dir von Herzen für Deine wichtigen Spuren, die Du bei Casafair unauslöschlich hinterlassen hast.



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