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Im Bun­des­haus wird der­zeit eine mas­sive Kam­pa­gne zur Aus­höh­lung der Mie­te­rin­nen- und Mie­ter­rechte gefah­ren. Nicht weni­ger als acht par­la­men­ta­ri­sche Vor­stösse zum Thema sind hän­gig. Ange­führt wird der Feld­zug vom Haus­ei­gen­tü­mer-Ver­band. Der Hausverein Schweiz lehnt die­sen Raub­bau am Miet­recht klar ab.

Unter Titeln wie etwa «Für Treu und Glau­ben im Miet­recht» agi­tiert der HEV – mit Schüt­zen­hilfe von rechts bis in die poli­ti­sche Mitte – für die Abschaf­fung der Mie­ter­rechte. Der letzte Coup hat der Wal­li­ser FDP-Natio­nal­rat Phil­ippe Nan­ter­mod lan­ciert: Er for­dert, dass Mie­ten nur noch in Frage gestellt wer­den kön­nen, wenn Woh­nungs­man­gel besteht. In allen ande­ren Lan­des­re­gio­nen hiesse es: der Markt soll’s rich­ten. Wie­weit der dazu in der Lage ist, wis­sen wir hin­läng­lich.

«Auch unsere Ver­mie­te­rin­nen und Ver­mie­ter sol­len einen anstän­di­gen Preis für ihre Objekte erhal­ten. Wir wol­len aber ver­mie­ten – nicht abzo­cken.»

Der Antrieb ist klar: Der HEV will sei­ner Kli­en­tel rich­tig gut Geld ins Porte­mon­naie spü­len. Mie­te­rin­nen und Mie­ter sol­len mit stän­dig stei­gen­den Markt­mie­ten dafür sor­gen. Obwohl bereits heute – gemäss einer Erhe­bung der Raiff­ei­sen­bank – die Mie­ten rund 40 % zu hoch sind.

Das Credo des Hausvereins ist ein ande­res: Wir wol­len nicht die «kom­plette Ver­trags­frei­heit» wie unser Kon­tra­hent, son­dern faire und gut­nach­bar­schaft­li­che Miet­ver­hält­nisse. Auch unsere Ver­mie­te­rin­nen und Ver­mie­ter sol­len einen anstän­di­gen Preis für ihre Objekte erhal­ten. Dafür set­zen wir uns ein. Zwi­schen die­sem Anspruch und dem ebenso ufer­lo­sen wie unver­schäm­ten Ren­di­te­den­ken der HEV-Lobby lie­gen jedoch Wel­ten. Wir wol­len ver­mie­ten – nicht abzo­cken.

Die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Hausvereins im Bun­des­haus wer­den die Vor­stösse zur Aus­höh­lung des Mie­ter­schut­zes unter die­sen Vor­zei­chen bekämp­fen. Das Miet­we­sen ist gleich­sam eine Sozi­al­part­ner­schaft. Und in einer sol­chen sol­len sich beide Par­teien auf Augen­höhe begeg­nen, ohne dass eine Seite über den Tisch gezo­gen wird.

Die Autorin

Claudia Friedl

Clau­dia Friedl
Prä­si­den­tin Hausverein Schweiz, Natio­nal­rä­tin SP/SG



Bildquelle

  • Clau­dia Friedl: Parlamentsdienste
  • Clau­dia Friedl: zvg/mad

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