Schliessen

Casafair Logo

Das neue CO2-Gesetz ist für die Schweiz das wich­tigste Kli­ma­schutz-Instru­ment über­haupt. Es ist ein not­wen­di­ger ers­ter Schritt auf dem Weg hin zu einer kli­ma­neu­tra­len Zukunft. Die wich­tigs­ten Ele­mente des neuen Geset­zes sind:

  • CO2-Grenz­werte für Gebäude als Aus­lö­ser für kli­ma­ver­träg­li­che Gebäudeheizungen
  • Schritt­weise Anhe­bung der CO2-Abgabe und Stär­kung des Gebäudeprogramms
  • Flug­ti­cket­abgabe
  • Kli­ma­fonds
Ver­ant­wor­tungs­volle Wohneigentümer*innen unter­stüt­zen CO2-Gesetz

Um die Schwei­zer Kli­ma­ziele errei­chen zu kön­nen, braucht es ins­be­son­dere auch im Gebäu­de­be­reich mar­kante Ver­än­de­run­gen. Die­ser Bereich ver­ur­sacht heute rund einen Vier­tel der Treib­haus­gas­emis­sio­nen der Schweiz. Das neue CO2-Gesetz setzt beim Haus­ei­gen­tum auf För­dern und For­dern: mit Anrei­zen und Finan­zie­rungs­in­stru­men­ten wie auch mit Grenz­wer­ten und Abgaben.

Kli­ma­ver­träg­lich Hei­zen ohne Öl und Gas


Ab 2023 dür­fen Neu­bau­ten in der Nut­zungs­phase kein CO2 mehr aus­stos­sen. Die­ses Ziel ist mitt­ler­weile tech­nisch gut umsetz­bar und prak­tisch unbe­strit­ten. Anders sieht es beim bestehen­den Gebäu­de­park aus. In der Schweiz wer­den immer noch fast 1 Mil­lion Gebäude mit Öl oder Gas beheizt. Dabei haben sich zeit­ge­mässe Heiz­sys­teme über die ver­gan­ge­nen Jahre mar­kant ent­wi­ckelt, ins­be­son­dere Solar­an­la­gen, Wär­me­pum­pen und Fern­wärme bewäh­ren sich in der Pra­xis bestens.

Das neue CO2-Gesetz trägt wesent­lich dazu bei, den Aus­stieg aus den fos­si­len Brenn­stof­fen zu beschleu­ni­gen. Mit dem soge­nann­ten Absenk­pfad für den Aus­stoss von Treib­haus­ga­sen, das heisst mit Grenz­wer­ten, die schritt­weise nied­ri­ger gesetzt wer­den, wird der Aus­stieg ver­bind­lich festgeschrieben.

Die Grenz­werte gel­ten aber nicht auto­ma­tisch für alle bestehen­den Gebäude. Es ist öko­no­misch und auch öko­lo­gisch nicht sinn­voll, funk­ti­ons­fä­hige Hei­zungs­sys­teme vor­zei­tig zu erset­zen oder umzu­rüs­ten. Die neuen Grenz­werte kom­men erst in dem Moment zum Tra­gen, wenn ein Hei­zungs­er­satz erfolgt.

Für die Eigentümer*innen brin­gen diese neuen Grenz­werte eine gute Pla­nungs­si­cher­heit, wobei sich vor­aus­schau­ende Ent­scheide loh­nen. Der Umstieg auf kli­ma­freund­li­che Hei­zungs­mo­delle wird bis min­des­tens 2030 mit För­der­instru­men­ten erleich­tert, zudem schützt er auch vor stei­gen­den Brenn­stoff-Prei­sen und CO2-Abgaben.

CO2-Abgabe kommt Bevöl­ke­rung und Hauseigentümer*innen zugute

Die CO2-Abgabe ist die eigent­li­che Grund­lage für das Gebäu­de­pro­gramm des Bun­des. Die­ses För­der­pro­gramm unter­stützt Hauseigentümer*innen, indem ein Drit­tel der Len­kungs­ab­gabe für Mass­nah­men zur lang­fris­ti­gen Ver­min­de­rung der CO2-Emis­sio­nen bei Gebäu­den zur Ver­fü­gung gestellt wird.

Das neue CO2-Gesetz beinhal­tet die Option, die Ober­grenze der heu­ti­gen CO2-Len­kungs­ab­gabe auf Heizöl, Gas und Kohle von 120 Fr./t CO2 auf maxi­mal 210 Fr./t zu erhö­hen, falls die Schweiz ihre Zwi­schen­ziele bzgl. CO2-Reduk­tion ver­fehlt. Dies bezweckt, das Gebäu­de­pro­gramm bei Bedarf zu stär­ken und in der Folge mehr Hauseigentümer*innen für Sanie­run­gen moti­vie­ren zu können.

Die CO2-Abgabe ist ver­ur­sa­cher­ge­recht aus­ge­stal­tet und belohnt kli­ma­ver­träg­li­ches Ver­hal­ten. Für Hauseigentümer*innen erhöht die Abgabe somit die Wirt­schaft­lich­keit von ener­ge­ti­schen Mass­nah­men und der Ein­satz fos­si­ler Brenn­stoffe wird unattraktiver.

Die ande­ren zwei Drit­tel der CO2-Abgabe wer­den direkt an die gesamte Bevöl­ke­rung und an die Wirt­schaft rück­ver­teilt. Die Rück­erstat­tung für die Bevöl­ke­rung erfolgt pro Kopf und via Kran­ken­kas­sen­prä­mien. Bei CO2-armen Haus­hal­ten und Betrie­ben fal­len diese Ver­gü­tun­gen höher aus als die Abga­ben und viele pro­fi­tie­ren unter dem Strich sogar.

Ener­ge­ti­sche Inves­ti­tio­nen loh­nen sich für Eigentümer*innen und Mieter*innen

Lang­fris­tig gerech­net erweist sich der Umstieg auf eine kli­ma­freund­li­che Hei­zung als loh­nende Inves­ti­tion. Den teil­weise höhe­ren Anschaf­fungs­kos­ten ste­hen tie­fere Betriebs­kos­ten, pri­mär Ener­gie­kos­ten, ent­ge­gen. Über die ganze Lebens­dauer betrach­tet sind die meis­ten erneu­er­ba­ren Heiz­sys­teme heute güns­ti­ger, ins­be­son­dere wenn För­der­bei­träge, die CO2-Abgabe und mög­li­che Steu­er­ab­züge in die Rech­nung ein­be­zo­gen wer­den. Dazu redu­ziert sich auch die Abhän­gig­keit von stei­gen­den Ener­gie­prei­sen und Len­kungs­ab­ga­ben.
Ins­be­son­dere für ältere Hauseigentümer*innen und sol­che in beschei­de­nen finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen zählt, dass sich der Umstieg auf ein zukunfts­ge­rich­te­tes Heiz­sys­tem posi­tiv auf die Wie­der­ver­käuf­lich­keit und auf den Lie­gen­schafts­wert aus­wirkt.
Für Stock­werk­ei­gen­tümer-Gemein­schaf­ten ist die gesetz­li­che Vor­gabe hilf­reich, damit zukünf­tig ein Hei­zungs­er­satz mit einem neuen Heiz­sys­tem umge­setzt wird und nicht mehr von ein­zel­nen Eigentümer*innen ver­hin­dert wer­den kann.
Auf die Mie­ten­den hat das neue CO2-Gesetz nur mar­gi­nale Aus­wir­kun­gen. Die soge­nannt «warme Miete», d.h. Miete plus Neben­kos­ten bleibt bei einer ener­ge­ti­schen Sanie­rung in etwa gleich.
Einer­seits füh­ren tie­fere Betriebs- und War­tungs­kos­ten für die Hei­zung zu einer Sen­kung der Miet­ne­ben­kos­ten. Ande­rer­seits wer­den alle För­der­bei­träge an die Eigen­tü­mer­schaft von den anre­chen­ba­ren miet­re­le­van­ten Inves­ti­tio­nen abge­zo­gen. Damit fal­len die Miet­auf­schläge nach einer ener­ge­ti­schen Sanie­rung mode­rat aus und wer­den in den meis­ten Fäl­len direkt durch die gesenk­ten Neben­kos­ten kom­pen­siert.
Mit­tel­fris­tig zahlt es sich also auch für die Mieter*innen aus, in einer Woh­nung mit einer fos­silfreien Hei­zung oder in einer Woh­nung mit tie­fem Ener­gie­ver­brauch zu leben. Die «warme Miete» steigt nicht und gleich­zei­tig kommt ihnen die Rück­ver­gü­tung der CO2-Abgabe zugute.



Bildquelle

  • Smoke Rising From A Chimney: JanHetman_iStock
  • Man With Hand Making Stop To Pollution: ivansmuk-iStock
  • Oil Well: kefkenadasi-iStock

Werbung